Technische Analyse
Analysten erwarten Verschnaufpause beim Dax

Der deutsche Aktienmarkt hat nach Einschätzung technischer Analysten eine Verschnaufpause eingelegt.

HB FRANKFURT. Laut Armin Kremser von der DZ Bank ist die kurzfristige Aufwärtsdynamik zunächst einmal aus dem Markt entwichen. Zyklentechnisch stelle das aber keine Überraschung dar. Nach einer festen ersten Januarwoche sei in der zweiten Woche "idealtypischerweise" die Gefahr einer Trendpause bzw sogar leichter Gewinnmitnahmen markant. Die DZ Bank geht daher davon aus, dass der Dax in den kommenden Tagen leicht nachgebend tendieren wird.

Ähnlich sieht Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt die Lage. Im Gespräch mit Dow Jones Newswires weist der Analyst darauf hin, die sich seit geraumer Zeit auf überkauftem Niveau befindlichen Oszillatoren sprächen für eine kurzfristige Konsilidierung. Das sei allerdings kein Grund zur Sorge, im Gegenteil, der Markt müsse dringend durchatmen. Für einen generellen Trendwechsel gebe es nach wie vor keine Hinweise. Nach Einschätzung von Sartoris stellt der aus Mitte Oktober stammende Aufwärtstrend bei 5.491 Punkten die erste Unterstützungslinie für den Dax dar. Im Anschluss stellten das Vorgängerhoch bei 5 470 sowie das Tief vom 30. Dezember bei 5 385 Punkten markante Unterstützungen dar. Selbst ein Rückgang bis auf 5 300 sei "kein Beinbruch" und vielmehr Teil einer "gesunden Konsolidierung".

Eine Gefahr für den übergeordneten Aufwärtstrend sieht Sartoris nicht. Dazu müsste der Leitindex schon unter Niveaus unterhalb der 200-Tages-Linie fallen, die derzeit in beruhigendem Abstand bei 4.822 Punkten verläuft. Als günstig wird die robuste Verfassung der US-Märkte angesehen. Kremser und Sartoris sehen für den Dow- Jones-Index zunächst weiteres Aufwärtspotenzial von rund 300 Punkten. Der US-Leintindex habe die jüngste Konsolidierung abgeschlossen und die Indikatoren neue Kaufsignale generiert, so Sartoris. Für den S&P-500 ergebe sich ein ähnliches Bild.

Marcel Mußler, Herausgeber der Mußlerbriefe, verweist zudem auf den "hoch dynamischen Nasdaq-Composite". Obwohl Mußler angesichts der überkauften kurzfristigen Oszillatoren eine Gegenbewegung für jeden Tag wahrscheinlicher hält, signalisiere der Index doch eines sehr nachdrücklich: Ohne kurzfristige Top-Bildung werde es keine Nachhaltigkeit nach unten geben. Nach einer wahrscheinlich kurzen Pause und Kerbe werde es sehr schnell zu weiteren Hochs kommen, gibt sich Mußler optimistisch. "Da führt eigentlich kein Weg dran vorbei", lautet der kategorische Imperativ des technischen Analysten. Er verweist als nächste Marke auf den mittelfristigen Aufwärtstrendkanal bei derzeit 2 373 Punkten.

Die Gefahr einer negativen Abkopplung des deutschen Marktes von den US- Börsen sehen die Analysten derzeit nicht. Armin Kremser von der DZ Bank begründet das mit der noch immer verhaltenen Marktstimmung der Dax-Anleger. Trotz der steigenden Notierungen bleibe die durchschnittliche Put/Call-Ratio mit 2 hoch. Selbst geglättet um Ausreißer liege sie noch immer zwischen 1,7 und 1,8. Das deute darauf hin, dass die Investoren weiterhin in hohem Maße Puts in ihre Positionen aufnähmen. Solange die Stimmung derart vorsichtig sei, dürfte ein Rückschlag moderat ausfallen. Die US-Börsen präsentierten sich in Höchst- Stimmung. Die gute charttechnische Situation spreche aber für weitere Kursgewinne.

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