Trendbruch
Euro rutscht in eine Herbstdepression

Mitte Juli herrschte noch eitel Sonnenschein, als der Euro ein neues Rekordhoch markiert hatte. Doch mittlerweile hat sich das Bild verfinstert, der Euro hat deutlich gegenüber dem US-Dollar nachgegeben. Indikatoren deuten darauf hin, dass es weiter abwärts geht.

FRANKFURT. Der charttechnische Ausblick des Euros verfinstert sich gegenüber dem US-Dollar immer mehr. Am 15. Juli 2008 hat für die Euro-Bullen noch eitler Sonnenschein geherrscht, als der Euro mit 1,6038 Dollar ein neues Rekordhoch markiert hatte. Anschließend gab er deutlich nach. Der Euro hat dabei den seit Oktober 2006 bestehenden und aktuell bei rund 1,4475 Dollar endenden Aufwärtstrend unterschritten.

Dieser Trendbruch und die Indikatoren in den verschiedenen Zeitfenstern stellen eine Bürde für den Euro dar. So ist der als Trendfolgeindikator bekannte MACD im Wochenchart abwärts gerichtet.

Auch im übergeordneten Monatschart weisen die Indikatoren auf sich verstärkende Abwärtsrisiken des Euros hin. Darüber hinaus gibt derzeit ein kurzfristiger Abwärtstrendkanal dem Euro die Marschrichtung vor. Die untere Begrenzungslinie dieses Trendkanals endet derzeit bei rund 1,4025 Dollar, die Widerstandslinie verläuft bei rund 1,4690 Dollar. Die Marktteilnehmer sollten sich darauf einstellen, dass der Euro mittelfristig den sehr markanten Unterstützungsbereich bei 1,3840/70 Dollar testet. Diese Unterstützungszone wird durch den langfristigen Aufwärtstrend vom April 2002 gebildet. Sollte es zum Bruch des langfristigen Aufwärtstrends kommen, hat das charttechnische Pendel endgültig zulasten des Euros umgeschlagen.

Ungeachtet dieses mittelfristig düsteren Ausblicks für den Euro räumen wir der europäischen Gemeinschaftswährung zunächst Potenzial für eine Gegenbewegung ein. So müssen sich die Marktteilnehmer vor Augen halten, dass der Euro innerhalb von rund sieben Wochen annähernd 20 US-Cents an Wert verloren hat. Die kurzfristig zu erwartende Korrektur könnte den Euro bis auf Niveaus zwischen 1,4365 und 1,4475 Dollar führen. Der derzeit auszumachende Abwärtstrendkanal bliebe dann weiterhin intakt. Doch selbst wenn ein Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal gelingt, eine Rückkehr in ein "Euro-bullishes" Zeitalter wäre dem Euro damit nicht vergönnt.

Der Autor ist Devisenmarktanalyst bei der DZ Bank

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