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Charttechniker: Bären geben den Takt vor

Für den Dax ist nach Einschätzung technischer Analysten weiter Vorsicht geboten.

HB FRANKFURT. Den Takt geben laut Staud Research derzeit die Bären vor. Die in den Vortagen gebildete kurzfristige Unterstützungszone um 6 700 Punkte habe zwar gehalten, dass dies auch in Zukunft so bleibe, müsse allerdings bezweifelt werden. Analytisch sei mit Hinblick auf einen Bruch weniger das Ob als das Wann die entscheidende Frage. In diesem Fall ergäbe sich unmittelbar weiteres Abwärtspotenzial bis zu den lokalen, um 6 384 Punkten gelagerten Tiefs.

Ähnlich äußert sich auch Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Der Dax könne weiter nicht überzeugen. Das Verlassen einer Flaggenformation zu Wochenbeginn wertet der Analyst als Signal für die Wiederaufnahme des übergeordneten Abwärtstrends der vergangenen Wochen. Ein Unterschreiten der "massiven horizontalen Unterstützungszone" im Bereich von 6 690 bis 6 656 Punkten würde seiner Meinung nach den Startschuss darstellen, der den DAX schnell in Richtung des bereits oben erwähnten Januartiefs bei 6 384 Zählern schicken dürfte. Auf dem Weg in diese Region ließen sich keine größeren Unterstützungsmarken mehr ausmachen.

Derweil haben sich die technischen Indikatoren laut HSBC Trinkaus noch nicht entschieden. So verlaufe der MACD flach oberhalb seiner Signallinie, drohe aber wieder unter diese abzurutschen. Der RSI habe sich im neutralen Bereich eingependelt und besitze damit noch genügend Spielraum, um weitere Kursverluste zu begleiten. Angesichts der zuletzt nur sehr undynamischen Gegenbewegungen und der geringen Kaufbereitschaft der Anleger ist Sartoris skeptisch mit Blick auf mögliche Erholungen im Dax. Zunächst müsse die Marke von 7 060 Punkten und im Anschluss bei 7 190 herausgenommen werden.

Auch für Staud Research überwiegen die Risiken; der Blick bleibe unverändert gen Süden gerichtet. Armin Kremser von der DZ-Bank billigt dem Markt insgesamt zwar kurzfristig noch Entfaltungsspielraum nach oben zu, dieser sei bei einem Bruch der 6 690 Punkte jedoch wohl kaum nachhaltig. Bei Kursen unter 6 900 sei indes nochmals stärkerer Angebotsdruck zu erwarten, heißt es. Der Dax könnte dann bis in den Bereich der Tiefs vom 22. und 23. Januar um rund 6 400 Punkte bzw zumindest in deren Nähe fallen.

Etwas zuversichtlicher äußert sich Volker Biehn von UniCredit. Nach Einschätzung von Biehn befindet sich der Dax trotz zum Teil "traumatisierter Einzelcharts" in einer Stabilisierungsphase. Dafür sprächen zuletzt zurückgehende Volatilitäten und Umsätze, die sich aufhellende Stimmung der Investoren und die Bestätigung vereinzelter Unterstützungsniveaus. Der technische Analyst sieht daher "Appeasement"-Bemühungen am Werk. Das Niveau von 6 700 Punkten bildet für Biehn zunächst einmal eine Art "Basislager" für den Dax.

Von dieser Marke aus dürfte der Leitindex in den kommenden Tagen vereinzelt Exkursionen in die eine oder andere Richtung starten, wobei es sowohl nach Norden als auch nach Süden noch genügend Platz gebe, ohne dass sich das derzeitige charttechnische Bild grundlegend ändere. Nach oben sieht Biehn bei 7 060 Punkten eine solche Schlüsselmarke; ein Überwinden würde Potenzial bis 7 450 Stellen freisetzen. Diese Marke sei derzeit das "höchste der Gefühle".

Nach unten bilde die Marke von 6.200 Punkten eine wichtige Unterstützung. Ein Unterschreiten würde Spielraum bis 5 700/5 650 Punkten eröffnen.

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