Umfrage
Charttechniker erwarten weitere Verluste

Die in der ersten Jahreshälfte am deutschen Aktienmarkt erzielten Gewinne sind in der zweiten Hälfte des Jahres zum Teil wieder abgegeben worden.

HB FRANKFURT. Investoren aus dem Dollar-Raum haben dagegen noch kräftige Gewinne auf ihren Dax-Positionen stehen, die aus dem Dollarverfall resultieren. Für viele Investoren ist das Jahr 2007 gelaufen, der Blick richtet sich langsam auf 2008. Und dass die Karten bereits neu gemischt wurden, bekamen einige Aktien der zweiten und dritten Reihe deutlich zu spüren. Anders sind die als teilweise "überzogen" eingestuften Kursabschläge schwer zu erklären.

Nachdem Deutschland die vergangenen Jahre in internationalen Portfolios übergewichtet war, wurde die Gewichtung zuletzt zurückgefahren. Ein Grund ist der hohe Anteil zyklischer Werte im Dax, was bei einer Abkühlung des Wirtschaftwachstums die Rückschlaggefahr besonders groß macht. Zum anderen macht sich letztendlich der feste Euro in der Gewinnentwicklung einiger Unternehmen bemerkbar. So leiden Infineon aus dem Dax, und auch die Unternehmen der MDAX-Werte EADS und K+S haben auf die Belastungen aus der Währungsentwicklung hingewiesen. Es ist davon auszugehen, dass noch weitere Konzerne auf Grund der Währungsentwicklung ihre Gewinnschätzungen zurücknehmen.

Die aktuelle Abwärtsbewegung im Dax ist stark durch technische Marken gekennzeichnet. Dies belegt nach Einschätzung des technischen Analysten Michael Müller von muellerfinancial.eu, dass fundamentale Entscheidungen momentan in den Hintergrund gerückt sind. Zum Wochenstart sei der Dax an den Trendwiderstand bei 7 691 Punkten herangelaufen, um daran zu scheitern. Damit ist der Index wieder in seine übergeordnete Abwärtsbewegung zurückgefallen. Momentan sehe es danach aus, dass diese Bewegung bis zur Fibonacci-Unterstützung im Bereich bei 7 349 Punkten reicht.

Auf diesem Niveau dürfte der Dax zunächst seine Überverkauftheit abbauen, und damit in eine Seitwärtsbewegung übergehen. Sollte sich das Umfeld nicht deutlich aufhellen, sei mit weiter nachgebenden Notierungen zu rechnen. Als übergeordnete Zielzone sieht Müller den Bereich bei 7 103/90 Punkten. Dieses Szenario habe bestand, solange die 7 701 Punkte nach oben nicht herausgenommen wird.

Ein Blick auf die charttechnische Situation im Dow Jones macht klar, dass über die Intermarkets kaum mit einer Unterstützung zu rechnen ist. Auch wenn sich der Dax in den vergangenen Wochen leicht von der Entwicklung an der Wall Street abkoppeln konnte, bildet die US-Börse für die Marktstrategen der SEB-Bank unverändert die Leitbörse. Der Dow Jones befindet sich kurzfristig in einem steilen Abwärtstrend. Bestätigt der Index sein Unterschreiten der Unterstützung bei 12 779 Punkten, sind die Unterstützungen bis zur Zielzone bei 12 073 Punkte dünn gesät. Kleine Haltemarken werden bei 12 580 und 12 343 gesehen.

Charttechnisch sauber verläuft momentan auch die Entwicklung an den Anleihemärkten. Nachdem der Bund-Future in der Vorwoche den seit September 2005 bestehenden Abwärtstrend herausgenommen hat, stand dieser seitdem nicht ernsthaft zur Disposition. Auf dem Weg nach oben bilden nach Aussage der technischen Analysten von HSBC die Tiefs vom 12. März und 23. Januar 2007 bei 115,66 Prozent und 116,75 Prozent die nächsten Widerstände.

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