Umfrage
Charttechniker sehen Dax skeptisch

Als ernst, aber nicht hoffnungslos stufen Analysten die charttechnische Situation am deutschen Aktienmarkt ein. Nachdem der Marktkonsens zuletzt noch auf eine weitere Abwärtsbewegung lautete, spaltet sich momentan das Lager der technischen Auguren.

HB FRANKFURT. Während eine Gruppe eine Konsolidierung im Bereich von 6 400 bis 6 800 Punkten erwartet, rechnet die zweite Gruppe mit einem Test des bisherigen Tiefs bei 6 437 Punkten und einer weiteren dynamischen Abwärtswelle in Richtung 6 200 Punkte. Keiner der von der Nachrichtenagentur Dow Jones befragten Analysten geht in der wöchentlich durchgeführten Umfrage davon aus, dass der deutsche Aktienmarkt momentan eine Chance in Richtung des alten Jahreshochs bei 7 040 Punkten hat.

Hinsichtlich des allgemeinen Trading-Umfeldes geht Volker Bien, technischer Analyst bei der Hypo-Vereinsbank, nicht von einer zweiwelligen Abwärtskorrektur aus, sondern von einer neuen volatilen Tradingphase. Momentan würden die Ränder dieser Phase ausgelotet. In einer ersten Bewegung haben im Dax die 6 500er Marke und im Euro-Stoxx-50 die Marke bei 3 900 Punkten als Unterstützung fungiert. Sollte es sich weiterhin nicht um einen zweiten Abwärtsimpuls, sondern um eine Stabilisierungsreaktion handeln, dürfte sich ein "Rounding Bottom" ausbilden.

Die Marke bei 6 750 Punkten bilde in diesem Fall die Nackenlinie für das "Rounding Bottom", deren Überwinden nach klassischer Lesart die Distanz von der Nackenlinie zum Tief nach oben spiegelt. Sowohl Reversals an Wall Street als auch bereits das Handeln innerhalb der Dax-Range von 6 445 bis 6 750 Zählern sprächen für das vorgestellte Szenario.

Auch Achim Matzke, technischer Analyst bei Commerzbank Corporates & Markets, sieht den Dax zunächst in einer Konsolidierung. Bisher gebe es noch keine Hinweise auf einen bevorstehenden Ausbruch, sagt Matzke im Gespräch mit Dow Jones Newswires. Als begrenzende Marken für die momentane Seitwärtsbewegung nennt er den Bereich von 6.430/6.440 Punkten als Unterstützung. Nach oben bilde das Gap im Bereich von 6.800 die Begrenzung. Ein mögliches Schließen des Gap im Intraday-Handel gebe allerdings noch nicht das entscheidende Ausbruchssignal. Es müsse vielmehr auf jeden Fall bestätigt werden.

Der Abbau der stark überkauften Lage sollte noch andauern, was zu einer zeitliche wie räumliche Ausdehnung der Konsolidierung spreche. Innerhalb der aktuellen Konsolidierung hatte der Dax bereits einen kurzfristigen Abwärtstrend bei rund 6 600 Punkten herausgebildet, der momentan zur Disposition stehe. Hinweise auf eine bevorstehende zweite Abwärtswelle gebe es für ihn momentan noch nicht.

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