Umfrage: Charttechniker sehen noch kein Ende der Korrektur

Umfrage
Charttechniker sehen noch kein Ende der Korrektur

Nach den stürmischen Wochen zu Beginn des Jahres ist es an den vergangenen Handelstagen am deutschen Aktienmarkt etwas ruhiger geworden. Nach den fast schon hysterischen Kursbewegungen mit mehreren hundert Punkten Auf und Ab innerhalb eines Handelstages hat sich die Lage stabilisiert. Von einem Ende der Korrektur zu sprechen, scheint aber verfrüht.

HB FRANKFURT. Mit Überschreiten der Schwelle von 7 000 Punkten hat der Dax mehr als ein Drittel des Kurssturzes von Anfang Januar gut gemacht. Kursziele von deutlich unter 6 000 Punkten, die auf dem Höhepunkt des Einbruchs diskutiert worden, sind damit zunächst vom Tisch.

Und auch der so genannte "Januar-Indikator", wonach der erste Monat darüber entscheidet, wie sich der Rest des Börsenjahres gestaltet, sollte nicht auf die Goldwaage gelegt werden. Wie so viele andere Börsenweisheiten hält er einer genaueren Überprüfung nur bedingt stand. "Betrachtet man alle Jahre seit 1950 im S&P-500, dann gab es bis dato 9 positive und 12 negative restliche 11 Monate", gibt Thomas Theuerzeit von animusX zu bedenken.

Zudem folge, wie eine andere Statistik zeige, auf einen schwachen Januar im Dow Jones mit Verlusten von 4 Prozent und mehr durchschnittlich eine sich bis in den Sommer hinein erstreckende Erholung. Vor dem Hintergrund normalerweise nur geringer Verluste in US-Wahljahren sei erhöhter Pessimismus also "der verkehrte Ratgeber".

Von einem Ende der Korrektur zu sprechen, scheint aber verfrüht. Noch immer liegt der Dax über 1 000 Punkte unter dem Allzeithoch. Und dass sich die laufende Erholung im bisherigen Tempo fortsetzt, gilt unter technischen Analysten als äußerst unwahrscheinlich. Hier wurde nach dem Fall unter dem mittelfristigen Aufwärtstrend einfach zu viel Porzellan zerschlagen.

Daher gehen die von Dow Jones Newswires befragten Analysten mehrheitlich von einem baldigen Auslaufen der Erholungsbewegung und einem erneuten Rückschlag aus. "Eine Trendwende ist nicht abzusehen", stellt Andreas Klähn von der SEB dezidiert fest. Zwar sei das Potenzial nach oben hin noch nicht völlig ausgeschöpft, doch bei 7.366, spätestens aber bei 7 527 Punkten, dürften die Kursgewinne ihr Ende finden. Hier liegen die Hochs aus April und Mai 2007, wobei Klähn die Marke von 7 366 Punkten bereits als schwere Hürde erachtet.

Als "Korrektur innerhalb einer übergeordneten Abwärtsbewegung", bewertet auch Christian Schmidt von Helaba Trust das aktuelle Szenario. "Maximal 7 450 Punkte" lautet seine Zielmarke. Allerdings tue sich der Dax bereits im Bereich des Fibonacci-Retracements bei 7 040 Punkten schwer. Sollte es doch gelingen, über diese Marke zu klettern, tue sich beim letzten Impulstief bei 7 190 Punkten eine erneute Hürde auf. Unterstützung finde das Barometer des deutschen Aktienmarktes bei 6 890 Punkten.

Eine "potenzielle C-Welle" macht Martin Siegert von Landesbank Baden-Württemberg aus. Als Ziel dieser Bewegung nennt er den Bereich von 7 180 Punkten. Ein Scheitern an dieser Zone würde die Gefahr eines erneuten Rückschlags mit sich bringen. Der Markt könnte dann die Unterstützung bei 6 680 Punkten ins Visier nehmen, was die laufende Erholung als Pullbackbewegung klassifizieren würde.

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