Umfrage
Charttechniker sehen noch keine Einstiegskurse

Der deutsche Aktienmarkt scheint nach den Januar-Unruhen das Schlimmste hinter sich zu haben. Zwar gab es auch in den beiden vergangenen Wochen nochmals Tage mit deutlichen Kursausschlägen, doch die panikartigen Verkäufe zu Anfang des Jahres waren nicht mehr zu beobachten.

HB FRANKFURT. Stattdessen zeigt sich eine gewisse Stabilisierung, die als Zeichen einer Normalisierung gewertet werden kann. Zwar tut sich der Dax nach oben hin immer noch schwer und der Widerstandsbereich zwischen 7 040/60 Punkten hat sich schon mehrfach als schwere Hürde erwiesen, doch auch nach unten hin werden die Ausschläge zunehmend geringer.

Trotzdem herrscht bei den von Dow Jones Newswires befragten technischen Analysten noch skeptische Zurückhaltung vor. "Zum Einstieg dürfte es nochmals günstigere Niveaus geben", sagt Jörg Scherer von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Der Dax befinde sich in einer trendbestätigenden Flagge, so dass ein erneuter Test des alten Verlaufstiefs bei 6 384 Punkten möglich sei. Theoretisch reiche das Rückschlagspotenzial sogar bis 6.200 Punkte.

"Erst ein Befreiungsschlag durch einen Anstieg über 7.200 Punkte würde eine Verbesserung bringen", so Scherer. Hier befinde sich mit dem seit August 2004 bestehenden Aufwärtstrend eine Schlüsselmarke, zumal bei 7 190 noch das alte Korrekturtief aus der zweiten Jahreshälfte 2007 angesiedelt sei. Bevor diese Hürde nicht überwunden sei, könnte man lediglich von einem Abbau der überverkauften Situation sprechen.

In einer Seitwärtsspanne zischen 6 656 und 7 062 Punkten sieht Martin Siegert von der Landesbank Baden-Württemberg den Dax gefangen. Sollte die untere Begrenzung gebrochen werden, könnte Druck aufkommen und den Markt Richtung 6 384 fallen lassen. Auf der Oberseite stoße der Dax bei 6 966 und 7 013 auf nicht einfach zu nehmenden Hürden.

Eine Nuance zuversichtlicher schätzt hingegen Andreas Klähn von der SEB die Lage ein. Es sei durchaus eine gewisse Stabilisierung zu beobachten, wobei zu großer Optimismus aber verfehlt sei. "Was noch fehlt, ist die Initialzündung", stellt Klähn fest. Denn nur wenn ein dynamischer Ausbruch über die Widerstände bei 7 040 und 7 062 Punkten, wo die Hochpunkte der vergangenen zwei Wochen liegen, gelinge, bestehe Potenzial für weitere Gewinne bis 7 350 und dann 7 500 Punkte.

Die technischen Analysten der DZ Bank erkennen sogar Ansätze zur Ausbildung eines ansteigenden Dreiecks. Dessen unter Begrenzung liege aktuell bei etwa 6 800 Punkten, so dass diese Marke nicht mehr fallen sollte, um das tendenziell positive Szenario nicht zu gefährenden. Ein Ausbruch über den horizontalen Widerstandsbereich bei 7 040/60 Punkten würde dem Dax Raum bis 7 400 Punkte verschaffen. So lange dieser Ausbruch aber nicht gelinge, befinde sich der Markt in einer seitwärts gerichteten Formation zwischen rund 6 650 Punkten und dem genannten horizontalen Widerstandsbereich.

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