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Charttechniker sehen nur Dax-Konsolidierung

Relativ entspannt sehen Technische Analysten nach den kräftigen Korrekturtagen die Zukunft des Dax. Eine echte Top-Bildung brauche mehr Zeit zur Ausbildung. Mehr als eine Konsolidierung habe man daher nicht gesehen - eine Erholung sei die normale Folge. Unterschiedlicher Meinung sind die Analysten jedoch über den Umfang des Erholungspotenzials.

FRANKFURT. So betont auch Achim Matzke, dass der Markt noch keine Top-Formation ausgebildet habe. "Top-Formationen brauchen Zeit", sagt der technische Analyst der Commerzbank. Dies könne einige Monate dauern, eine Ein-Tages-Umkehr des Bullenmarktes werde es nicht geben. Bei den aktuellen Kursrückgängen handele sich um eine normale Konsolidierung. Allerdings seien dabei seit Wochen intakte Aufwärtstrends in wichtigen Indizes mit Signalen zur Gewinnmitnahmen verlassen worden. So geschehen im Euro-Stoxx-50 und im Dax. Da die Trends mit überverkauften Signalen verlassen wurden, werde allerdings auch die Konsolidierung ihre Zeit benötigen. Relevante Marken für den Dax seien hier der kräftige Unterstützungsbereich um 6 200 und eine Erholung bis zum Widerstandsbereich um 6 500 Punkte, so der Analyst von Commerzbank Corporates & Markets Pan European Global Technical & Index Research.

Ausgeprägte Gewinnmitnahmen-Signale hat Matzke in den währungssensitiven Sektoren wie Autos und Pharma ausgemacht, zudem bei den Banken aus Frankreich und Benelux. Gut sehen für ihn dagegen weiter die Versorger und der Stoxx-Sektor "Food & Beverage" aus, hier zum Beispiel Nestle und Diageo.

Die Bedeutung derselben Chartbereiche im Dax unterstreicht auch Ralf Flierl. Der Herausgeber des "Smart Investor" sieht von 6 200 bis 6 150 Punkten eine massive Unterstützung für den Dax. "Der Aufwärtstrend ist weiter intakt", sagt Flierl. Er rechnet sogar mit einer sehr schnellen Korrektur, die mit einem letzten Shake-Out bereits in der laufenden Woche enden könnte. Indizien dafür macht Flierl unter anderem in der schlagartig verschlechterten Stimmung aus. Sie bilde einen guten Boden für eine Erholung. Aufgrund der massiven Absicherungsgeschäfte könnte sie dann sogar bearishe Marktteilnehmer in den Markt zwingen. Flierl betont die Bedeutung der aktuellen Woche: Saisonal sei die letzte November-Woche besonders wichtig. Nur wenn dieser Saisonvorteil nicht zu einer Erholung genutzt werde, müsse man die Situation neu bewerten. Das Erholungspotenzial sieht auch er zunächst im Bereich von 6 500 Punkten für den Dax.

Auch Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest" betont, dass die aktuellen Kursverluste für eine Top-Bildung viel zu kurzfristig seien. Allerdings habe sich bereits früher ein Markt-Top in der Fibonacci-Zeitzyklen-Analyse um den 20. November angekündigt. Auf Sicht von mehreren Wochen könne es sich um ein bedeutendes Top handeln. Seine Ausbildung werde jedoch länger als üblich dauern, da zuvor ein starker Bullenmarkt geherrscht habe.

Rethfeld empfiehlt, darauf zu achten, ob die Aktienmärkte vom "Bullen"- auf den "Bären"-Modus umschalten. Ein Bullenmodus bedeute, dass Trader eine halbe Stunde bis eine Stunde nach US-Marktöffnung in den deutschen Markt einsteigen und kontinuierlich kaufen. Im Bärenmodus sei es häufig umgekehrt. Die Märkte öffneten teilweise mit einem positiven Eröffnungs-Gap, dem jedoch eine halbe bis eine Stunde nach US-Eröffnung der Abverkauf folge. Die Bewegung vom Montag sei mit einem Abwärtsvolumen von 89 Prozent fast schon eine Kapitulationsbewegung gewesen, so Rethfeld. Jedoch solle man sich davon nicht täuschen lassen: Gerade zu Beginn eines Abverkaufs seien solche Kapitulationsbewegungen üblich. In der Regel folgten ihr noch weitere. Die Analysten von Wellenreiter rechnen daher damit, dass die gegenwärtige Schwächephase noch bis Mitte Dezember anhält.

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