Umfrage unter technischen Analysten
Charttechniker sehen beim Dax Aufwärtspotenzial

Aufwärts mit den Aktien, abwärts mit den Anleihen - auf diese Formel lassen sich die auf kurze Sicht angelegten technischen Marktkommentare bringen. Mittelfristig könnten Kursverluste der Anleihen jedoch auch der Aktienseite schaden.

HB FRANKFURT. Dem Dax räumen die meisten Analysten noch verhaltenes Aufwärtspotenzial ein. Im günstigsten Fall bis auf 5 241/5 250 Punkte könne der Index noch steigen, meinen Martin Siegert und Holger Frey von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Hier liege aus Sicht der Elliot-Wave-Theorie die zweite Zielzone der weiterhin gültigen Aufwärtsbewegung. Zuvor könne der Dax auch im Bereich von 5 153 bis 5 200 Punkten ein Top ausbilden.

Nach unten habe der deutsche Leitindex "einen gewissen Sicherheitsabstand zur viel beachteten 5.000er-Marke" geschaffen, merkt die Bayerische Landesbank an. Das 50%-Retracement der zwischen 2002 und 2003 erlittenen Verluste bei 5 162 sei nun das nächste Kursziel. Darüber bilde der obere Rand der Zone von 4 750 bis 5 450 einen Widerstand. Die Indikatoren deuteten zwar auf eine zunehmend überkaufte Lage hin, weiteren Kursgewinnen stünden sie aber noch nicht im Weg. Für eine Atempause spreche, dass der Dax an der Obergrenze eines über 30 Tage berechneten Bollinger-Trendkanals angelangt sei. "Ein Ausbruch aus diesem Band ist sehr selten und wird in aller Regel rasch korrigiert", erläutern die Analysten. "Momentan gibt es nur wenige Signale, die auf ein Ende der Rally hindeuten", heißt es von der DZ Bank. Der Dax habe auch am Tag der deutschen Einheit den Aufwärtstrend fortsetzen können. Dieser sei somit "auf allen Zeitebenen intakt und gerade erst bestätigt worden". Ein erstes Kursziel liege bei 5 140 Punkten, der Kursprojektion einer Flaggen-Formation, die der Dax zu Beginn der vergangenen Woche nach oben hin aufgelöst habe. Auf einen horizontalen Widerstand treffe der Index aber erst bei 5 400. Diese resultiere aus dem Jahr 2002. Sollte der Dax den Widerstand bei 5 140 überwinden, so biete sich die 5 400er-Marke als Widerstand und Kursziel an.

"Wir sehen den Dax insgesamt kurzfristig noch positiv", lautet das Fazit der Analysten. Allerdings dürfe man negative Faktoren nicht außer Acht lassen: So wiesen die Oszillatoren negative Divergenzen zum Kursverlauf auf und stünden kurz vor Verkaufssignalen. Technisch eintrüben würde sich die Lage laut den LBBW - Analysten aber erst bei Kursen unter 4 984. Eine mittelfristige Wende habe erst ein Abrutschen unter 4 887 Punkte zur Folge; damit würde das Gap geschlossen und das bisherige Top bestätigt.

Zündstoff für den Aktienmarkt sieht die DZ Bank in erster Linie von den Anleihe-Märkten ausgehen, zumindest auf mittlere Sicht. "T-Bond und Bund-Future haben seit einigen Tagen einhellig nach unten gedreht und ihre Abwärtsbewegung seitdem nicht gestoppt", heißt es. Die Aktienmärkte hätten dies jedoch bislang ignoriert. Die SEB Bank rechnet in der laufenden Woche weiter mit einem schwächeren Bund-Future. Dieser könne bis auf 121,54% fallen, wo die untere Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrends verlaufe. Dieser übergeordnete Aufwärtstrend werde allerdings wohl nicht aufgelöst. Es handele sich bei der Abwärtsbewegung um eine Korrektur innerhalb eines weiter intakten Aufwärtstrends.

Sollte der Bund-Future den Aufwärtstrend aber wider Erwarten auflösen, so reiche das Rückschlagpotenzial bis zur leichten Unterstützung bei 120,76%. "Im Markt dominiert weiter die Downside das Spiel", meint auch Jürgen Meyer von der LBBW. Mit dem Fall unter 122,45% habe der Bund-Future erneut den kurzen Abwärtstrend bestätigt. Das nächste Ziel ortet Meyer beim unteren Trendkanalrand bei 121,68%.

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