Umfrage unter technischen Analysten
Charttechniker sehen neues Dax-Jahrestief gelassen

Nach dem am Freitag gebildeten Jahrestief am deutschen Aktienmarkt rechnen von der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires befragte Analysten mit einer moderaten Erholung. Allerdings könnten negative Nachrichten von der Krise an den Kreditmärkten jederzeit eine neue Verkaufswelle auslösen, und damit das Jahrestief bei 6 140 Punkten bestätigt werden. Allein der Terminkalender für die laufende Woche beinhaltet einiges an Überraschungspotenzial.

HB FRANKFURT. Am Donnerstag legen die US-Banken J.P. Morgan wie auch Merrill Lynch die Zahlen für das zweite Quartal vor, am Freitag folgt noch die Citigroup. Sollten die Zahlen keine negativen Überraschungen beinhalten, dürfte dies zu einer Beruhigung an den Aktienmärkten führen. Besonders im Bankensektor dürfte es zu einer Erholungsbewegung kommen. Für Thomas Nagel, technischer Analyst bei equinet besteht weiterhin die Möglichkeit, dass weitere US-Banken auf Grund von Liquiditätsproblemen Unterschlupf suchen müssen. Das Finanzsystem steht für ihn allerdings nicht in Frage.

Das Jahrestief von Freitag darf nach Ansicht von Nagel nicht überbewertet werden. Die Struktur der Bewegung deute darauf hin, dass bewusst das Tief herausgenommen wurde, um darunter ausgelöste Stops zum Eindecken der Shorts einzusammeln. Zudem habe der US-Markt zum Wochenausklang im Tagesverlauf zumindest zeitweise ein beachtliches Reversal hingelegt.

Nagel rechnet in den kommenden Tagen mit einem Heranlaufen an das Retracementlevel bei 6 290 Punkten. Eine nachhaltige Herausnahme des Widerstandes bei 6 350 Punkten würde den Weg in Richtung 6 700 Punkten öffnen. Dies bedürfe allerdings einiger Unterstützung durch die Intermarkets. Sollte das Jahrestief allerdings nochmals zur Disposition stehen, bilde der Bereich bei 5 860 bis 5 930 Punkten die nächste Auffangzone. Im Gegensatz zu vielen anderen Marktteilnehmern geht Nagel allerdings nicht von einem klassischen "Sell-Out" aus, sondern rechnet eher mit einem Ausverkauf in Raten.

Auch für die technische Analystin Sophia Stolz vom Commerzbank Corporates & Markets hat es der Dax zum Wochenstart bisher versäumt, sein Jahrestief vom Freitag zum Wochenstart zu bestätigen. Erst mit einem erneuten Unterschreiten hätte er weiteres Abwärtspotenzial von 3% bis 5% generiert. Bei Eintritt dieses Szenarios bilde die 5 740er Marke im Dax die nächste größere Unterstützung.

Momentan sehe es allerdings danach aus, dass der deutsche Aktienmarkt für die kommenden Tagen ein gute Chance besitze, an die zuletzt ausgebildete Trading-Range bei 6 300 bis 6 400 Punkten heranzulaufen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Quartalszahlen der US-Banken keine erneuten Hiobsbotschaften beinhalteten.

Etwas skeptischer für die kommenden Tage ist dagegen Martin Siegert, technischer Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Er geht davon aus, dass der deutsche Aktienmarkt sein Tief noch nicht gesehen hat. Allerdings rechnet Siegert nur mit einem moderaten Minus und einer Zielzone bei 6.060, im Extrem bei 5.960 Punkten. Auch Siegert erwartet dann eine Erholungsbewegung, die bis in den Bereich bei 6.331 bis 6.358 Punkten führen dürfte.

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