Währung
Findet der Euro zurück zu alter Stärke?

Der Kampf um den seit Sommer 2008 etablierten, gegenwärtig bei 1,36 Dollar verlaufenden Abwärtstrend ist in vollem Gange. Gelingt es, diese Linie nachhaltig zu überwinden, wofür es technisch durchaus gute Chancen gibt, wäre der Boden für weitere signifikante Zugewinne auch in den kommenden Wochen und Monaten entscheidend geebnet.

BAD HOMBURG.Die Devisenmärkte hatten in den letzten Quartalen mit erheblichen Turbulenzen zu kämpfen, was für den Euro gegenüber dem US-Dollar zu deutlichen Einbußen geführt hat. Doch das kürzlich von der US-Notenbank Fed verabschiedete, in seiner Dimension bislang einzigartige Rettungspaket mit einem Volumen über eine Billion Dollar löste bei der Gemeinschaftswährung zeitweise ein kleines Feuerwerk aus.

In der Folge konnten Euro-Optimisten in gleich mehrfacher Hinsicht Akzente setzen: Einerseits gelang mit Euro-Kursen über 1,31 Dollar der Abschluss einer seit letzten Herbst zu beobachtenden Bodenbildung, andererseits ist jetzt der Kampf um den seit Sommer 2008 etablierten, gegenwärtig bei 1,36 Dollar verlaufenden Abwärtstrend in vollem Gange. Gelingt es, diese Linie nachhaltig zu überwinden, wofür es technisch durchaus gute Chancen gibt, wäre der Boden für weitere signifikante Zugewinne auch in den kommenden Wochen und Monaten entscheidend geebnet. Für dieses Szenario sprechen die Kurz- und Mittelfristindikatoren. Darüber hinaus trägt die gegenwärtige Bewegung klar impulsive Züge, was ebenfalls für ein Ende der übergeordneten Konsolidierung und damit eine Fortführung der großen, im Herbst 2000 bei einem Stand von 0,82 begonnenen Euro-Hausse hindeutet. Zuversichtlich stimmt auch, dass der Euro nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern auch gegenüber allen anderen relevanten Währungen dieser Welt Stärke zeigt. Dabei lässt sich trefflich darüber streiten, ob dies tatsächlich auf eigener Stärke oder aber der Schwäche der Anderen beruht, denn die Euro-Zone ist ja auch nicht frei von Problemen.

Über den genannten Abwärtstrend hinaus stellt die Marke von 1,40 Dollar die nächste, psychologische wie technische Herausforderung dar. Diese dürfte nur schwer ohne eine vorgeschaltete Verschnaufpause erfolgreich in Angriff zu nehmen sein. Hinsichtlich der nächsten drei bis sechs Monate bieten sich zunächst Niveaus von 1,48 bis 1,49 Dollar als realistische Zielgröße an. In Gefahr gerieten diese Perspektiven bei einem Rückfall unter die von 1,31 bis 1,29 Dollar reichende Unterstützungszone. Eine solche Kehrtwende gilt aber als unwahrscheinlich.

Der Autor Marcus Metz ist technischer Analyst bei Staud-Research.

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