Wall Street
An der Wall Street droht Ende der Hausse

Von einem gelungen Auftakt in das neue Börsenjahr kann an der Wall Street wahrhaftig nicht gesprochen werden. Die ersten Handelstage waren durch fallende Kursnotierungen geprägt, schwerwiegender ist jedoch, dass sich zum Jahresanfang die charttechnische Verfassung des amerikanischen Leitindex eingetrübt hat - es besteht die Gefahr eines Trendwechsels.

DÜSSELDORF. Im traditionellen Crash-Monat Oktober sah die Welt an der Wall Street noch rosig aus. Der Dow Jones Industrial markierte am 12. Oktober mit 14 093 Punkten auf Schlusskursbasis ein Rekordhoch. Zudem gelang an diesem Handelstag im Fünf-Jahres-Chart auf Wochenbasis der Sprung über die zweite Fächerlinie, die ihren Ursprung im März 2003 hat.

Doch die Freude darüber wehrte nicht allzu lange. Obwohl diese mittelfristige Aufwärtstrendlinie signifikant hinter sich gelassen werden konnte, setzte kurze Zeit eine technische Korrektur ein, die den Dow Jones wieder unter die Fächerlinie drückte. Wenngleich es in den folgenden Wochen und Monaten zu gelegentlichen Gegenbewegungen kam, hat sich seit dem Rutsch unter die erwähnte Aufwärtstrendlinie ein neuer Abwärtstrend etabliert, der durch fallende Hoch- und Tiefpunkte charakterisiert wird. Einen weiteren Dämpfer erhielt die Wall Street am ersten Handelstag 2008, als die steigende 200-Tage-Durchschnittslinie ohne nennenswerten Widerstand unterschritten wurde.

Die aktuelle Situation ist recht brenzlig. Der Dow Jones hat nach dem jüngsten Kursdämpfer die erste aufwärts gerichtete Fächerlinie bei aktuell 12 850 Punkten nach unten verlassen. Mit einem Trendwechsel wäre die über viereinhalb Jahre andauernde Hausse bis auf weiteres beendet. Nach einem nachhaltigen Bruch der Fächerlinie müsste mit weiteren Kursrückgängen bis in den Bereich um 12 580 Punkten gerechnet werden. Hier ist sowohl auf Tages- als auch auf Wochenbasis eine horizontale Haltelinie auszumachen, die am 8. Januar erfolgreich verteidigt werden konnte. Anschließend könnten die Bären weiter bis 12 250 Zählern vorstoßen.

*Der Autor ist technischer Analyst bei der WestLB.

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