Warnsignale durch verschiedene Indikatoren
Silber an technischem Widerstand gescheitert

Nach Meinung der Charttechniker droht dem Edelmetall nach einem zwischenzeitlichen Preisausbruch ein Rückfall in den Seitwärtskanal.

HB WIESBADEN. Die Feinunze Silber markierte am 2. April ein langjähriges Hoch bei 8,44 Dollar. Es folgte ein drastischer Einbruch bis in den Bereich um 5,50 Dollar. Von Anfang Mai bis Anfang Juni konnte das Edelmetall dann einen Boden ausbilden. Dieser kann charttechnisch durch eine Unterstützungszone dargestellt werden, dessen Begrenzungslinien oben bei 5,65 und unten bei 5,50 Dollar verlaufen.

Nachdem der Silberpreis ab Mai in einer Seitwärtsbewegung um die 200-Tage-Linie pendelte, die nach oben durch einen Widerstand bei 6,20 Dollar begrenzt war, gelang im Juli der nachhaltige Durchbruch der 200-Tage-Linie. Zudem überstieg Silber auch den unmittelbar folgenden Widerstandsbereich und notierte in der Spitze bei 6,74 Dollar.

Damit konnte das Edelmetall aus dem Seitwärtsbereich ausbrechen und über eine Widerstandszone im Bereich um 6,55 Dollar steigen, die bis Januar 2004 zurückreicht. Ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Kurs hinaus, scheiterte aber zunächst. Zurzeit konsolidiert Silber wieder in Richtung des alten Seitwärtskanals. Dabei dient die ehemalige Widerstandszone um 6,20 Dollar als Unterstützung. Zusätzliche Bedeutung erhält dieses Niveau, da hier auch die 200-Tage-Linie verläuft. So bildet sich eine besonders massive Kreuzunterstützung.

Warnsignale liefern zurzeit verschiedene Indikatoren. Der Trendfolgeindikator AROON signalisiert in seiner 21-Tage-Einstellung noch einen Aufwärtstrend. Der "Double- Smoothed-Stochastik-Oszillator" (DSS) ist aber bereits aus der überkauften Zone in den neutralen Bereich zurück gefallen. Oszillatoren definieren überkaufte und überverkaufte Bereiche und identifizieren somit die Umkehrpunkte einer Wellenbewegung.

Sollte Silber dennoch die Widerstandszone um 6,55 Dollar erneut nach oben durchbrechen, stößt der Preis im Bereich um 7,20 Dollar und darüber bei 7,70 Dollar auf die nächsten Widerstände. Eine neue Silberhausse würde aber mit Sicherheit im Bereich um 8,25 US-Dollar ihr vorläufiges Ende finden. Dieses Szenario ist aber aus gegenwärtiger Sicht sehr unwahrscheinlich.

Fällt das Edelmetall andererseits wieder unter die Marke von 6,20 Dollar, so wird es bis in den Unterstützungsbereich um 5,60 Dollar konsolidieren und wird sich dann erneut auf unbestimmte Zeit in diesem Seitwärtskorridor bewegen.

Dr. Gregor Bauer arbeitet als selbstständiger Portfolio-Manager in Wiesbaden und ist stellv. Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands Technischer Analysten.

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