Weißes Genussmittel
Lage am Zuckermarkt spitzt sich zu

Der Weltmarktpreis für Zucker steigt seit zwei Jahren steil an. Grund für die Rally ist die wachsende Bedeutung des Rohstoffs Zucker als Energieträger. Das Hoch markierte gleichzeitig den Beginn eines Abwärtstimpulses.

WIESBADEN. Der Weltmarktpreis für Zucker steigt seit zwei Jahren steil an. Noch im April 2004 notierte das weiße Genussmittel an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex um sechs US-Cent je US-Pfund (454 Gramm). Im Februar dieses Jahres lag der Preis mehr als drei mal so hoch. Grund für die Rally ist die wachsende Bedeutung des Rohstoffs Zucker als Energieträger. Aus Zucker wird Ethanol hergestellt - und dieses ersetzt in einigen Ländern bereits Benzin.

Bis Oktober 2005 verdoppelte sich der Zuckerpreis bereits auf elf bis zwölf Cent. Ab November beschleunigte sich der Aufwärtstrend noch einmal. Am 3. Februar dieses Jahres markierte die Notierung schließlich im Verlauf ihr vorläufiges Hoch bei 19,73 Cent.

Das Hoch markierte gleichzeitig den Beginn eines Abwärtstimpulses. Bis Anfang März ging es für den Kurs unter erhöhter Volatilität bergab. Erst Mitte März fand die Notierung ihren Boden im Bereich um 16,40 Cent.

Aktuell zeigt der Chart ein brisantes Bild: Zucker läuft in ein Konsolidierungsdreieck, das durch die Unterstützung im Bereich um 16,40 und die Hochs bei 18,30 und 19,73 Cent begrenzt wird. Ein Ausbruch - sowohl nach oben als nach unten - könnte unmittelbar bevor stehen.

Folgende Szenarien sind denkbar: Sollte der Zuckerpreis über die fallende, obere Begrenzungslinie des Dreiecks ausbrechen, liegt das nächste Kursziel im Bereich um 18,30 Cent. Überwindet der Chart gar den Abwärtskanal, eröffnet das Raum bis 19,73 Cent. Darüber hinaus lassen sich keine weiteren relevanten Chartmarken bestimmen, der Weg für eine neue Hausse wäre frei.

Bricht der Zuckerpreis hingegen nach unten aus, dürfte sich der Abwärtstrend beschleunigen, wobei als Kursziel zunächst der Bereich um 14,80 Cent zu nennen wäre, weiter unten fände die Notierung bei 11,80 bis zwölf Cent Halt.

Gregor Bauer arbeitet als selbständiger Portfolio Manager und ist Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands der Technischen Analysten Deutschlands.

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