Chartanalyse
Zwei Szenarien für Technologiewerte

Umkehrformationen weisen auf Aufwärtsbewegung hin – eine „Mehrfachspitze“ lässt auf Kursrückschläge schließen

FRANKFURT/M. Technologiewerte stehen aus charttechnischer Sicht vor einem entscheidenden Punkt. Gemessen am US-Technologie-Aktienindex Nasdaq 100 sind die Chancen für ein positives und ein negatives Szenario in den kommenden Wochen fast ausgeglichen. Zumeist wird ein negativer Ausgang antizipiert. Dabei stehen die Aussichten für eine positive Auflösung des High-Tech-Chartbildes derzeit nicht schlecht.

Gefestigt wird die Chance einer Aufwärtsbewegung durch zwei sehr ähnliche, kurzfristige Umkehrformationen im Kerzenchart. Das Technologie-Barometer signalisierte an den Tiefs im März mit einer "Inselumkehr" und im Mai mit einem "Morgenstern" die Wende zum Positiven (siehe Grafik). Zur nachhaltigen Bestätigung einer solchen positiven Umkehr bedarf es aber des Überschreitens der oberen Formationsbegrenzung bei 1 500 Punkten. Mit dem Bruch dieser Marke ergibt sich ein rechnerisches Kurspotenzial bis 1 600 Zähler.

Als Pendant zu der Positivformation droht jedoch derzeit mit einer ähnlichen Wahrscheinlichkeit eine Mehrfachspitze. Dieses negative Szenario manifestierte sich mit dem Unterschreiten des Jahrestiefs bei 1 370 Zählern. Der Nasdaq 100 würde dann seine drei Monate alte Seitwärtsbewegung zwischen 1 500 und 1 400 Punkten nachhaltig nach unten verlassen. Im Chartbild ergäbe sich ein "Doppeltopp" beziehungsweise eine Mehrfachspitze (seit Jahresbeginn) bei 1 500 Punkten, die ein Kursziel von 1 300 Zählern implizieren würde.

Die Entscheidung über die positiven oder negativen Perspektiven des Nasdaq 100 obliegt wohl dem von Aktienhändlern viel beachteten, gleitenden Durchschnittskurs der vergangenen 200 Tage bei 1 416 Punkten. Gibt der Markt diese Marke nachhaltig auf, ergibt sich ein starkes Verkaufssignal in Richtung 1 300 Punkte.

Setzt sich der Index nach oben ab, stehen die Chancen auf eine Erholung zunächst bis auf 1 500 Zähler und dann bis auf 1 600 Punkte gar nicht schlecht. Der Autor ist technischer Analyst in Frankfurt/M.

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