2007 aber Rückgang
Experte rechnet mit Ölpreis von 100 Dollar

Der Ölpreis hat am Mittwochnachmittag in New York an der Warenterminbörse Nymex nach geringer als erwarter ausgefallenen Rohöl- und Benzinlagerbeständen angezogen. Nach Meinung des internationalen Energieberaters PVM könnte er angesichts der geopolitischen Lage in den kommenden Wochen durchaus bis zu 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) steigen.

HB NEW YORK/WIEN. Der Preis für den September-Kontrakt auf ein Barrel der Marke Light Sweet Crude stieg gegenüber dem Schlussstand von Dienstag um 0,64 Dollar auf 76,95 Dollar je Barrel. Kurz vor Veröffentlichung der Daten hatte ein Fass 76,65 Dollar gekostet. Am Montag war der Ölpreis auf in die Höhe geschossen, nachdem der Betreiber BP die Schließung des größten US-Ölfelds Prudhoe Bay bekannt gegeben hatte. Ursachen waren ein Leck in einer rostigen Pipeline und weitere Schäden. Der Ölkonzern BP will noch in dieser Woche entscheiden, ob das angeschlagene Ölfeld in Alaska komplett geschlossen oder zur Hälfte weiterbetrieben wird. Nachdem Lecks in einer veralteten Pipeline entdeckt worden waren, hatte BP zunächst eine komplette Einstellung des Förderbetriebs auf Prudhoe Bay, dem größten Ölfeld der USA, angekündigt.

Zugleich kletterte der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) auf ein neues Rekordniveau. Im Vergleich zum Montag stieg der so genannte Korbpreis für ein Barrel (159 Liter) am Dienstag um 52 Cent auf 72,64 Dollar. Dies teilte das Opec-Sekretariat am Mittwoch in Wien mit. Damit übertraf der Korbpreis den Rekordwert vom Vortag.

Für den Preisanstieg machen Analysten weiterhin die Krise im Nahen Osten, die Unsicherheit über die iranische Atompolitik sowie den teilweisen Ausfall des großen Ölfelds des britischen BP-Konzerns in Alaska verantwortlich.

PVM-Geschäftsführer Johannes Benigni sieht die Preissteigerung längst noch nicht am Ende angekommen. „Wir haben jetzt Preise um die 80 Dollar, und dabei ist politisch eigentlich noch gar nichts passiert“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. „Wir hatten bisher noch keinen schweren Hurrikan, und die Entscheidung über das iranische Atomprogramm und Sanktionen ist auch noch nicht gefallen.“ Sollte Teheran auch nur mit dem Öl-Lieferstopp drohen, sei mit einem drastischen Anstieg der Preise zu rechnen. Dann werde „vermutlich auch Venezuela Öl ins Feuer gießen“

Ungeachtet der augenblicklichen Entwicklung rechnet Benigni mit sinkenden Ölpreisen im Jahr 2008. „Dieses Jahr erwarten wir einen Durchschnittspreis von 67 Dollar, 2007 werden es 65 Dollar sein, und erst 2008 wird der Preis auf rund 55 Dollar sinken“, weil dann sowohl von der Förderung bis zur Raffinierung ausreichende Kapazitäten vorhanden seien. „Unter die 50-Dollar-Marke wird der Preis nicht mehr sinken“, erwartet Benigni. Dies sei die unterste Linie, die die OPEC vorgegeben habe.

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