850-Dollar-Marke
Der Goldpreis nimmt direkten Kurs auf sein Allzeithoch

Seit Mitte August 2005 ist der Goldpreis um 33 Prozent gestiegen. Nach klassischer Charttechnik hat die Notierung damit die zuletzt 1987 getestete Widerstandslinie bei 500 Dollar überwunden. Damit ist grundsätzlich der Weg frei für einen Anstieg bis 610 Dollar, wo die nächste Widerstandslinie liegt.

FRANKFURT. Diese ist allerdings schwächer, weshalb recht zügig Goldpreise von 850 Dollar – dem Allzeithoch – möglich sind.

Die Finanzgeschichte zeigt, dass Goldhaussen kurz und dynamisch verlaufen. Im Chart ist dies in den späten Siebziger Jahren zu sehen. Damals versiebenfachte sich der Goldpreis in nur dreieinhalb Jahren. Wie Momentum-Indikatoren zeigen, ist die Preisdynamik jetzt ähnlich stark wie damals.

Einen anderen technischen Grund für eine Fortsetzung der Goldhausse bietet die Intermarket-Methode. Bei Platin und Rohöl sind die fundamentalen Faktoren ähnlich wie beim Goldmarkt. Nach dem scharfen Preisanstieg des vergangenen Jahres liegt nun der Kurs für Rohöl mit etwa 66 Dollar gut 60 Prozent höher als im Hoch 1980. Gold könnte diesen Anstieg kopieren und bis 1 350 Dollar steigen.

Für ein solches Szenario spricht auch die Sentiment-Analyse. Eine Umfrage unter Goldhändlern ergab jüngst einen durchschnittlich erwarteten Goldpreis bei 534 Dollar für das laufende Jahr. Von den 25 durch die LBMA (London Bullion Market Association) Befragten fand sich lediglich einer, der Kurse erwartete, die oberhalb des hier beschriebenen Widerstands bei 610 Dollar liegen. Nach der Methode der konträren Meinung ist dies ein günstiges Umfeld für Investitionen in Wertpapieren rund um das Gold.

Goldminen haben an noch nicht geförderten Goldreserven Eigentumsrechte und werden deshalb wie Optionen auf den Goldpreis bewertet. Im Vergleich zum Goldpreis sind viele Minen derzeit immer noch nicht zu teuer - auch gemessen an Indikatoren, die Minen und Gold in Relation setzen.

Warm anziehen müssten sich Anleiheinhaber, zumindest wenn sich demnächst die Geschichte der siebziger Jahre wiederholt. Damals hatten scharfe Goldpreisanstiege regelmäßig deutlich anziehende Anleihenrenditen zur Folge. Der Grund: Der Goldpreis gilt - mit statistischer Evidenz - als Frühindikator für die Inflation.

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