Aaron Regent
„Wir fördern so viele Unzen wie wir können“

Der weltweit größte Goldproduzent Barrick glaubt trotz der Marktturbulenzen an einen weiteren Preisanstieg. Im Interview erklärt Chef Aaron Regent, wie das Unternehmen sich darauf einstellen will.
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Handelsblatt: Herr Regent, welche Entwicklung erwarten Sie am Goldmarkt?

Aaron Regent: Wir nennen grundsätzlich kein spezifisches Preisziel. Doch mit Blick auf den möglichen Einfluss der Schuldenkrisen in Europa und in den USA erwarte ich eine sehr gute Entwicklung des Goldpreises. Vor allem wenn man auf Gold als Währung schaut und es mit anderen Währungen vergleicht.

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die internationalen Notenbanken?

Die Zentralbanken kaufen jetzt wieder Gold. Zuvor haben sie jahrelang nur verkauft, weil sie bei ihren Währungsreserven lange auf den Dollar gesetzt haben. Die Änderung des Verhaltens zeigt, wie Gold geschätzt wird und unterstreicht seine Wertaufbewahrungsfunktion. Gold ist ein Weg zur besseren Diversifizierung.

Worin liegen die größten Risiken für den Goldpreis?

In Zeiten von starken Krisen - so wie derzeit in Europa - neigen Investoren dazu, sich stärker dem Dollar zuzuwenden. Das belastet den Goldpreis zumindest temporär. Danach steigt er aber in der Regel wieder - so wie 2009 auch. Die Grundregel ist: Wenn der Dollar steigt, sinkt der Goldpreis. Auch eine starke Abschwächung der Konjunktur in China würde alle Rohstoffe treffen und somit auch Gold.

Sie erwarten aber steigende Preise. Was heißt das für die Strategie von Barrick?

Der Goldpreis hat noch eine Menge Potenzial. Wir werden daher jede Unze fördern, die wir können. Wir wollen weiter wachsen und investieren in die Exploration und in die Produktion. Sie müssen bedenken: Es dauert acht bis zehn Jahre von der Entdeckung des Goldes bis zur tatsächlichen Förderung.

Barrick ist ja in Nord- und Südamerika, in Australien und auf dem afrikanischen Kontinent vertreten. Wie sieht es mit Russland und Asien aus?

Aktuell expandieren wir in Chile, Sambia und in den USA. Zwei große Projekte sind in der Dominikanischen Republik und in Argentinien. Wir suchen ständig nach weiteren Gelegenheiten. Entscheidend ist für uns das Investmentklima. Mit 26 Minen ist Barrick der weltweit größte Goldproduzent. Wir achten daher stark auf eine hohe Qualität und Cortez ist zurzeit die beste Goldmine der Welt.

Von dem steigenden Goldpreis profitiert Barrick überproportional, da die Produktionskosten mit 450 Dollar im internationalen Vergleich sehr niedrig sind. Was können Sie besser als andere?

Wir haben kostengünstige Minen im Portfolio. Zudem managen wir auch andere Kostenträger, wie den Energieverbrauch. Unsere Margen sind mit dem steigenden Goldpreis im vergangenen Jahr um rund 80 Prozent gestiegen. Gleichzeitig erhöhten sich die Cashkosten nur um zwölf Prozent.

Im Aktienkurs hat sich das bisher aber nicht nachhaltig niedergeschlagen. Wie kommt das?

In den vergangenen fünf Jahren ist die Dividende kontinuierlich gestiegen. Die Bewertung der Goldaktien ist aber insgesamt sehr konservativ. Sie handeln mit einem Abschlag von etwa 30 Prozent zu Gold. Das sollte sich ändern, wenn der Goldpreis weiter steigt. Allerdings ist das Investment-Umfeld momentan für alle Aktien sehr unsicher.

Herr Regent, vielen Dank für das Interview.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Korrespondentin New York

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