Abrutschen unter 1,20 Dollar möglich
Euro nach Bundestagswahl unter Druck

dpa-afx FRANKFURT. Unsicherheit über die künftige Regierung in Deutschland hat den Eurokurs am Montag auf den tiefsten Stand seit fast zwei Monaten gedrückt. Die Gemeinschaftswährung rutschte zeitweise auf 1,21 Dollar ab und kostete damit so wenig wie zuletzt Ende Juli. Bis zum Nachmittag erholte sich der Kurs wieder etwas, lag mit 1,2 145 Dollar aber immer noch um knapp einen Cent unter dem Niveau von Freitag. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2 139 (Freitag: 1,2 243) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8 238 (0,8 168) Euro.

Viele Devisenexperten halten in den kommenden Tagen Kurse von unter 1,20 Dollar für möglich. "Solange unklar ist, welche Regierung mit welchen Personen gebildet wird, bleibt der Euro unter Druck", sagte Volkswirt Thomas Amend von Hsbc Trinkaus & Burkhardt. Der Devisenmarkt habe fest mit einer Regierung von Union und FDP gerechnet, die für das höchste Reformtempo stehe. Da diese definitiv nicht zustande komme, hätten sich Anleger von Euro-Beständen getrennt.

Die Aussicht auf verhaltene Reformen verbunden mit politischer Unsicherheit belaste den Euro, sagte Holger Schmieding, Europa-Chefvolkswirt der Bank of America. "Welche Farbe Deutschlands neue Regierung am Ende auch tragen wird, das Tempo für strukturelle Reformen wird sich wohl verlangsamen."

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6 728 (0,6 765) britische Pfund , 135,31 (135,78) japanische Yen und 1,5 511 (1,5 510) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 464,50 (457,20) Dollar gefixt.

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