Abschied vom Edelmetall
Anleger fliehen aus Gold

Gold ist für Investoren aktuell nicht interessant, die Verkäufe von Goldkontrakten kletterten zuletzt um 44 Prozent. Der starke Dollar und die Rekord-Bewertungen von Aktien machen eine Goldinvestition unattraktiv.
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ChicagoDas Goldfieber der Investoren scheint aktuell ein Ende zu haben. Gilt das Interesse der Hedge-Fonds an Gold als Benchmark, sieht es für die Anlageklasse zurzeit traurig aus. Selbst als Griechenland mit seinen Gläubigern rang, zogen sich spekulative Investoren aus dem Edelmetall, das als sicherer Hafen gegen wirtschaftliche und politische Turbulenzen gilt, zurück. Vermögensverwalter haben ihre Netto-Kaufpositionen so stark reduziert wie seit 15 Wochen nicht mehr, zeigen US- Regierungsdaten.

Der stärkere Dollar und die Rekord-Bewertungen weltweiter Aktien schmälern die Attraktivität von Gold als Wertanlage. Nachdem die gesamte Marktkapitalisierung der Aktien in der vergangenen Woche die Marke von 67 Billionen Dollar durchbrochen hat und der Dollar auf dem höchsten Niveau seit mindestens einem Jahrzehnt notierte, erreichten die Verluste von durch Gold unterlegten börsennotierten Produkten vier Milliarden Dollar.

„Längerfristig sind wir weiterhin negativ für Gold gestimmt“, sagt Jack Ablin, Chief Investment Officer bei BMO in Chicago. „Ich sehe es als Absicherung. Wenn nichts passiert, dürfte damit Geld verloren werden. Die meiste Zeit passiert nichts. Als Risiko-Aktiva sind Aktien meiner Meinung nach attraktiver.“

Die Netto-Kaufposition in Gold ist in der Woche zum 17. Februar um 18 Prozent auf 110.164 Termin- und Optionskontrakte gesunken, wie aus Daten der U.S. Commodity Futures Trading Commission hervorgeht. Es war der dritte Rückgang in Folge, die längste Abwärtsbewegung seit November. Die Verkaufspositionen kletterten um 44 Prozent, der stärkste Anstieg seit August.

Die Terminkontrakte sind in der vergangenen Woche an der Comex in New York um 1,8 Prozent auf 1204,90 Dollar je Unze gesunken, während der Bloomberg Commodity Index um 1,7 Prozent nachgegeben hat. Der Bloomberg Dollar Spot Index stieg um 0,4 Prozent. Der US-Aktienindex S&P 500 zog um 0,6 Prozent an und erreichte am 20. Februar ein Rekordhoch.

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Verlust von 29 Prozent in zwei Jahren

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  • Na und? Glauben Sie denn, dadurch würde sich der Goldpreis auch nur einen Tick bewegen?

    Bei knapp über 1.900 ist die Goldblase geplazt. Und im Gegensatz zu den ganzen lustigen Kommentatoren hier, die sich bei jedem Gold-Artikel über Manipulationen beschweren, habe ich mich nie darüber gewundert.

    Der Goldpreis ist über 10 Jahre lang nach oben manipuliert worden, und jetzt geht es eben in die andere Richtung. Also alles ganz normal.

  • Als ich den Artikel gelesen habe wollte ich mich gleich beim Autor melden um nachzufragen wie denn so ein seltsamer Artikel zustande kommt. Dann lese ich der Artikel stammt von Autor " Bloomberg". Aha, da sehe ich auch einen anderen Artikel mit Autor "Bloomberg" siehe hier : http://www.welt.de/finanzen/article137753556/Gold-als-Sicherheit-in-Krisenzeiten-hat-ausgedient.html
    Und jetzt meine Frage an das Handelsblatt: Sien diese Artikel von Boomberg bezahlt ? Etwa so wie dieser http://www.manager-magazin.de/unternehmen/energie/exxon-bezahlte-prominenten-klimawandel-leugner-willie-soon-a-1019989.html ???
    Das finde ich sehr interessant Bloomberg betreibt Lobbyarbeit für amerikanische Milliardäre denen Goldinvestments ein Dorn im Auge ist - und das Handelsbaltt und die Welt machen da mit. Ein Hoch auf unsere unabhängigen Medien.

  • Lustig! Welchen Goldpreis kennen Sie denn außerdem noch?

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