Abschwächung ist zum Selbstläufer geworden
Experten: Dollar wird weiter unter Druck stehen

Der Verkaufsdruck auf den Dollar hält weiter an: Ein Ende der Abwertungswelle sehen die meisten Devisenhändler und Analysten vorerst nicht.

HB FRANKFURT. Die US-Währung geriet erneut stark unter Druck, nachdem das US-Schatzamt am Mittwoch von einem überraschend deutlichen Einbruch der Kapitalzuflüsse an die US-Finanzmärkte berichtet hatte. Darüber hinaus sorgte die Ankündigung, Textileinfuhren aus China zu beschränken, für weiteren Verkaufsdruck.

„Die USA zeigen mittlerweile sehr deutlich und ernsthaft, dass sie die heimische Wirtschaft stützen wollen“, sagt Carsten Fritsch, Devisenexperte bei Commerzbank Securities. Der schwächere Dollar werde dabei bewusst billigend in Kauf genommen. Aussagen zu einer Politik des starken Dollars seien dabei nur Lippenbekenntnisse, so Fritsch. Diese Ansicht vertritt auch Achim Dörnemann, Direktor im Devisenhandel beim Bankhaus Sal. Oppenheim. „Hinter vorgehaltener Hand freuen sich die Amerikaner über den schwachen Dollar“, sagt Dörnemann. Dabei werde Euroland einmal mehr „die Suppe auslöffeln müssen“, bemerkt er mit Blick auf das exportorientierte Europa.

Die Abschwächung des Dollars ist mittlerweile zum Selbstläufer geworden, nach dem diverse Stopp-Marken gezogen wurden. Sowohl Dörnemann als auch Fritsch rechnen damit, dass sich der Euro bis auf 1,20 Dollar befestigen wird. Für Fritsch ist allerdings bei dieser Marke erst einmal Schluss. Der Dollar sei jetzt schon überverkauft, meint er. Fritsch rechnet mit einer anschließenden Konsolidierung bis 1,1845/40 Dollar je Euro. Dagegen erwartet Dörnemann einen weiteren Anstieg der Gemeinschaftswährung. Zunächst dürfte es bis 1,2050 Dollar weiter gehen, sagt er. Ein Kurs von 1,23 Dollar je Euro ist für den Devisenexperten ein realistisches Ziel. Spätestens bei 1,25 Dollar sollte aber Schluss sein.

Seite 1:

Experten: Dollar wird weiter unter Druck stehen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%