Absturz

Gold kämpft mit der Marke von 1.200 Dollar

Der Preis für eine Feinunze Gold ist erstmals seit knapp drei Jahren wieder unter die Marke von 1.200 Dollar gefallen. Zwar hat er sich im Handelsverlauf berappelt, doch die Bilanz des Edelmetalls ist katastrophal.
Update: 28.06.2013 - 11:20 Uhr 68 Kommentare

Wie tief fällt der Goldpreis noch?

London/New YorkDer Goldpreis ist am Freitag den zweiten Tag in Folge unter die Marke von 1200 Dollar pro Feinunze abgerutscht. Das Edelmetall verbilligte sich um bis zu 1,5 Prozent auf 1180,71 Dollar je Unze - der niedrigste Stand seit August 2010. Im Handelsverlauf berappelte sich der Kurs wieder etwas und lag mit 1204 Dollar 0,4 Prozent im Plus. Zwischen April und Juni hat der Goldpreis ein Viertel seines Wertes eingebüßt und damit auf Quartalssicht nach Reuters-Daten so viel verloren wie seit mindestens 1968 nicht mehr.

Ungeachtet der jüngsten Beteuerungen von Mitgliedern der US-Notenbank, die lockere Geldpolitik vorerst beizubehalten, stiegen Gold-Anleger zuletzt wegen der Spekulationen auf eine Drosselung der Fed-Anleihenkäufe aus. Anders als in früheren Schwächephasen konnte der Goldpreis nicht davon profitieren, dass Schnäppchenjäger aus Asien zu dem Edelmetall greifen. Zudem ziehen Investoren ihr Geld aus börsennotierten Indexfonds (ETFs) auf Gold ab, was die Preise ebenfalls unter Druck setzt.

Der stärkere Dollar verteuert Gold für Anleger außerhalb des Dollarraums und belastet die Nachfrage. Hinzu kommt, dass weniger Zentralbankgeld das Risiko einer künftig hohen Geldentwertung mindert. Gold gilt traditionell als Inflationsschutz.

In den vergangenen Tagen hatten bereits mehrere Investmentbanken ihre Prognose für den Goldpreis gesenkt. Nach Goldman Sachs und UBS hatte am Dienstag Morgan Stanley das Ziel gesenkt. Für 2013 gehen die Analysten von Morgan Stanley, Peter Richardson and Joel Crane, nun von 1409 Dollar aus, nachdem es zuvor noch 1487 Dollar gewesen waren.

Im kommenden Jahr rechnen sie mit 1313 Dollar. Hier prognostizierten sie zuvor 1563 Dollar. Für 2015 nahmen sie die Prognose von 1450 auf 1300 Dollar zurück. Den Höchstpreis hatte das Edelmetall im September 2011 mit 1921,15 Dollar pro Feinunze erzielt.

Verkauft Euer Gold!

  • dpa
  • afp
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68 Kommentare zu "Absturz: Gold kämpft mit der Marke von 1.200 Dollar"

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  • Ich hoffe wirklich, dass das Geldsystem noch paar Jahre hält.

    Falls das System implodiert, dürfte es wenige Gewinner geben.

    Dann dürften Renten (priv. u. staatlich) erheblich geringer ausfallen.

    Aber wie Scheible und der Hosenanzug immer wieder festhalten "Wir sind auf einem guten Weg!"

  • @ Rechner

    Ich hätte auch nichts dagegen wenn die Bundesbank ihre verbliebenen physischen 1000 Tonnen verkaufen würde. Das Überangebot würde für die Versicherungsnehmer den Einkauf noch einmal richtig billig machen und für die Zukunft wäre die ganze Drohkulisse der Bundesbankverkäufe erledigt.

    Zumindest wüsste dann auch der letzte Depp dass das FIAT-Geld nur Schuldnerversprechen sind. Heute glaubt die Masse ja noch dass es "irgendwie" physisch gedeckt sei.

  • @ Rechner

    Gold ist in Asien tief in der Kultur der Menschen verankert. Dort ist das Bewusstsein der Menschen auch größer dass der westliche Wohlstand und die Dollar-Weltleitwährung nicht durch ein überlegenes modernes Wirtschaftssystem mit FIAT-Geld sondern durch rücksichtslose Gutmenschen-Kriege entstand und in Betrieb gehalten wird.

    Man sieht in Asien deutlich wie sich der Westen in den letzten 40 Jahren ohne goldgedeckte Weltleitwährung entwickelt hat.

  • @ S.B.

    Heute gibt es noch genug andere Quellen die meine Versicherung zu besseren Konditionen auffüllen. Da aber wie beschrieben überwiegend nur noch zwischen Besitzern gehandelt werden kann komme ich eventuell mal auf Ihr Angebot zurück.

    Was verlangen Sie für einen jederzeit einlösbaren Optionsschein für die nächsten 5 Jahre?
    Da es Ihrer Meinung nur nach unten gehen kann sollte die Prämie ja nicht zu hoch sein.
    Machen Sie mal ein konkretes Angebot bzgl. Prämie und lieferbarer Menge. Natürlich inkl. physischer Sicherheiten nur für den Fall dass Gold doch ganz unerwartet steigt und sie eventuell nicht liefern können.

  • @ Rechner

    Richtig. Jeder Absatz leidet temporär wenn der Kauf auf Kredit untersagt wird. Und diese Absatzerschwerungsmaßnahmen (Steuern und Kreditrestriktionen) sehen wir gerade in den großen Käufermärkten Indien und China.

  • @ Rechner

    Rechner meint: Und jetzt - bei andauernder
    Niedriginflation - fällt das Lügengebäude der
    Goldspekulanten eben in sich zusammen.

    Zu wissen sei es jedem der's begehrt:
    Der Zettel hier ist tausend Kronen wert.
    Ihm liegt gesichert als gewisses Pfand,
    Unzahl vergrabnen Guts im Kaiserland.
    Nun ist gesorgt, damit der reiche Schatz,
    Sogleich gehoben, diene zum Ersatz.

    Ich ahne Frevel, ungeheuren Trug!
    Wer fälschte hier des Kaisers Namenszug?
    Ist solch Verbrechen ungestraft geblieben?

    Aus: DER TRAGÖDIE ZWEITER TEIL - - DOKTOR FAUSTUS

  • Bei der EZB ist der Buchwert der Goldbestände und -forderungen seit Anfang des Jahres von 438 Md auf 435 Mrd zurückgegangen.

    Allerdings spiegeln sich darin die letzen Preisrückgänge nicht wieder - die Bewertung der Goldbestände wir nur einmal pro Quartal von den Nationalen Notenbanken vorgenommen.

    Die allfälligen Abschreibungen führen allerdings nicht zu Verlusten, da die Gegenbuchungen auf dem Konto "Neubwertungen" stattfinden.

    Die vormaligen Höherberwertungsgewinne der Goldbestände sind in diesem Konto angesammelt - sie werden jetzt entsprechend reduziert.

    Die Bewertungsverluste würden erst dann zu einem Verlustausweis führen, wenn sie die im Konto "Neubwertungen" enthaltenen historischen Bewertungsgewinne aufzehren würden.

    Da dieses Konto zur Zeit mit 407 Mrd fast den Betrag der Goldvestände- und Forderungen erreicht, müßte Gold rechnerisch auf 78 €/Feinunze fallen damit ein Verlustausweis der EZB erforderlich wird.

    Wobei das bei den einzelnen Notenbanken deren Bilanz in der EZB-Bilanz konsolidiert wird von Fall zu Fall natürlich etwas unterschiedlich aussehen wird.

    ...

    Bedauerlich ist allerdings daß die Bundesbank letztes Jahr nicht meinem Vorschlag gefolgt ist, ihre Goldbestände stärker abzubauen.

    So ist ihr ein schöner Gewinn entgangen, der so bald wohl nicht wieder möglich sein wird.

  • Ja, da haben sie Recht, infolge dessen würde es wohl zeitlich begrenzte Aufwärtsübertreibungen bei allen Sachwerten geben. Die Aussage zielte nur darauf ab, dass derzeit bei den schlimmsten anzunehmenden Bedingungen (denen ich eine sehr geringe Wkeit zuordne) der Wert des Geldes nicht auf 0 fällt, sondern wohl so auf 50%. Bei den schlimmsten Szenarien für Gold - wie Goldverkauf der Zentralbanken, Deflationschock durch Demographie oder auch einfach globale Stabilisierung, Goldverbote in z.b. Indien, Fund neuer Ressourcen, neue D-Mark + Aufwertung, Kombinationen davon etc. - kann ein Wertverfall von 50% oder mehr duraus auch eintreffen.

  • 'pom_muc' meint
    -----------------
    Der südafrikanische Minenarbeiter will nicht mehr wie vor 5 Jahren für 500€ arbeiten sondern fordert 100-200% höhere Löhne die sich in den Kosten niederschlagen.
    "Einzelne Unternehmen wie etwa Gold Fields aus Südafrika nennen sogar Gesamtproduktionskosten von 1365 $ je geförderte Unze Gold."

    Wenn man nicht versteht was 900€ Kosten vor Abschreibung und Exploration neuer Felder bedeutet darf man natürlich 900€ ansetzen und den Laden in 5 Jahren schließen.
    -----------------

    Oder diese Minen werden schließen weil kein Mensch mehr dazu bereit sein wird 900 Dollar für eine Unze Gold zu bezahlen.

    Denn die Bestände der Notenbanken und Spekulanten können den tatsächlichen Goldverbrauch der nächsten 50 Jahre decken.

    Und sollte Gold in Asien aus der Mode kommen, dann für 100 Jahre.

    ...

    Für ein Material mit derart aberwitzig hohen Beständen wie Gold sind Förderkosten für die nächsten 50 bis 100 Jahre keine nachhaltige Preisuntergrenze.

  • ich verkaufe ihnen mein physisches Gold für EUR 1.250,-/oz. Bringe es auch noch kostenlos vorbei, innerhalb D.
    Sie müßten nur mit EUR-Scheinen in bar bezahlen - das müßte doch für Sie ein verlockendes Angebot sein... es ist doch nur wertloses Papier was sie loswerden.

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