Absturz
Gold kämpft mit der Marke von 1.200 Dollar

Der Preis für eine Feinunze Gold ist erstmals seit knapp drei Jahren wieder unter die Marke von 1.200 Dollar gefallen. Zwar hat er sich im Handelsverlauf berappelt, doch die Bilanz des Edelmetalls ist katastrophal.
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London/New YorkDer Goldpreis ist am Freitag den zweiten Tag in Folge unter die Marke von 1200 Dollar pro Feinunze abgerutscht. Das Edelmetall verbilligte sich um bis zu 1,5 Prozent auf 1180,71 Dollar je Unze - der niedrigste Stand seit August 2010. Im Handelsverlauf berappelte sich der Kurs wieder etwas und lag mit 1204 Dollar 0,4 Prozent im Plus. Zwischen April und Juni hat der Goldpreis ein Viertel seines Wertes eingebüßt und damit auf Quartalssicht nach Reuters-Daten so viel verloren wie seit mindestens 1968 nicht mehr.

Ungeachtet der jüngsten Beteuerungen von Mitgliedern der US-Notenbank, die lockere Geldpolitik vorerst beizubehalten, stiegen Gold-Anleger zuletzt wegen der Spekulationen auf eine Drosselung der Fed-Anleihenkäufe aus. Anders als in früheren Schwächephasen konnte der Goldpreis nicht davon profitieren, dass Schnäppchenjäger aus Asien zu dem Edelmetall greifen. Zudem ziehen Investoren ihr Geld aus börsennotierten Indexfonds (ETFs) auf Gold ab, was die Preise ebenfalls unter Druck setzt.

Der stärkere Dollar verteuert Gold für Anleger außerhalb des Dollarraums und belastet die Nachfrage. Hinzu kommt, dass weniger Zentralbankgeld das Risiko einer künftig hohen Geldentwertung mindert. Gold gilt traditionell als Inflationsschutz.

In den vergangenen Tagen hatten bereits mehrere Investmentbanken ihre Prognose für den Goldpreis gesenkt. Nach Goldman Sachs und UBS hatte am Dienstag Morgan Stanley das Ziel gesenkt. Für 2013 gehen die Analysten von Morgan Stanley, Peter Richardson and Joel Crane, nun von 1409 Dollar aus, nachdem es zuvor noch 1487 Dollar gewesen waren.

Im kommenden Jahr rechnen sie mit 1313 Dollar. Hier prognostizierten sie zuvor 1563 Dollar. Für 2015 nahmen sie die Prognose von 1450 auf 1300 Dollar zurück. Den Höchstpreis hatte das Edelmetall im September 2011 mit 1921,15 Dollar pro Feinunze erzielt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Absturz: Gold kämpft mit der Marke von 1.200 Dollar"

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  • Ich hoffe wirklich, dass das Geldsystem noch paar Jahre hält.

    Falls das System implodiert, dürfte es wenige Gewinner geben.

    Dann dürften Renten (priv. u. staatlich) erheblich geringer ausfallen.

    Aber wie Scheible und der Hosenanzug immer wieder festhalten "Wir sind auf einem guten Weg!"

  • @ Rechner

    Ich hätte auch nichts dagegen wenn die Bundesbank ihre verbliebenen physischen 1000 Tonnen verkaufen würde. Das Überangebot würde für die Versicherungsnehmer den Einkauf noch einmal richtig billig machen und für die Zukunft wäre die ganze Drohkulisse der Bundesbankverkäufe erledigt.

    Zumindest wüsste dann auch der letzte Depp dass das FIAT-Geld nur Schuldnerversprechen sind. Heute glaubt die Masse ja noch dass es "irgendwie" physisch gedeckt sei.

  • @ Rechner

    Gold ist in Asien tief in der Kultur der Menschen verankert. Dort ist das Bewusstsein der Menschen auch größer dass der westliche Wohlstand und die Dollar-Weltleitwährung nicht durch ein überlegenes modernes Wirtschaftssystem mit FIAT-Geld sondern durch rücksichtslose Gutmenschen-Kriege entstand und in Betrieb gehalten wird.

    Man sieht in Asien deutlich wie sich der Westen in den letzten 40 Jahren ohne goldgedeckte Weltleitwährung entwickelt hat.

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