Abwärtsbewegung hat sich beschleunigt
Euro fällt auf Jahrestief

Der Euro ist am Montag erstmals seit Anfang Dezember 2003 wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1,20 Dollar gefallen. Händler führten die Kursverluste der Gemeinschaftswährung weiterhin auf die besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag zurück.

HB FRANKFURT. Bis zum Nachmittag erholte sich die Gemeinschaftswährung mit 1,2010 Dollar aber wieder leicht, nachdem er zuvor zeitweise auf 1,1998 Dollar gefallen war. Zuletzt hatte der Euro Anfang Dezember 2003 unter 1,20 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,2058 (Freitag: 1,2318) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8293 (0,8118) Euro.

„Der Euro hat bei rund 1,2050 Dollar eine technische Marke durchbrochen, was weitere Verkäufe ausgelöst hat", sagte ein Frankfurter Devisenhändler. Nun „kämpft der Euro mit der Marke von 1,20 Dollar“, sagte Devisenexpertin Antje Praefcke von der Landesbank Hessen-Thüringen. Nach den US-Arbeitsmarktdaten sei der Euro „stark angeschlagen“. Die US-Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag wirkten auch zu Wochenbeginn noch nach. Seit den überraschend freundlichen US-Daten vom vergangenen Freitag hat der Euro in der Spitze mehr als 3,5 Cent eingebüßt. Im März übertraf der US-Stellenaufbau mit 308 000 die Prognosen der Volkswirte deutlich. Das kräftige Wachstum der US- Wirtschaft zeigte endlich auch am Arbeitsmarkt Wirkung, hieß es.

Auch die Einkaufsmanagerindizes für die USA signalisierten insgesamt eine robuste Konjunkturentwicklung, sagte Praefcke. Dies habe die Erwartung von Zinserhöhungen in den USA geweckt. Bereits Mitte des Jahres könnte die US-Notenbank ihren Leitzins anheben und damit das Zinsgefälle zur Eurozone allmählich verringern. Insgesamt seien die Konjunktursignale aus den USA deutlich freundlicher als aus der Eurozone. So ist der US-Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe im März überraschend kräftig gestiegen. Er legte im Vergleich zum Vormonat um fünf Punkte auf 65,8 Punkte zu. Volkswirte hatten lediglich 61,2 Zähler erwartet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6636 (0,6663) britische Pfund, 126,34 (128,36) japanische Yen und 1,5673 (1,5637) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 417,70 (419,00) Dollar notiert. Der Kilobarren kostete 11 170 (11 125) Euro.

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