Abwärtssog
Gold kann von Euro-Krise nicht profitieren

Der Abwärtssog an den Rohstoffmärkten macht auch vor Gold nicht Halt: Das Edelmetall verbilligte sich in den vergangenen fünf Tagen um mehr als drei Prozent je Feinunze. Investoren treten die Flucht ins Bargeld an.
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FrankfurtDer Goldpreis steuert auf den größten Wochenverlust seit fast zwei Monaten zu. Das Edelmetall konnte sich dem Abwärtssog an den Rohstoffmärkten nicht entziehen und verbilligte sich an den vergangenen fünf Tagen um mehr als drei Prozent auf 1733 Dollar je Feinunze.

Eigentlich müsste Gold wegen seines Rufs als sicherer Hafen im Zuge der Euro-Krise von der Nervosität der Anleger profitieren, sagte ein Händler. Statt dessen hatten die Investoren in den vergangenen Tagen jedoch lieber die Flucht ins Bare angetreten.

Die physische Goldnachfrage ist nach Einschätzung der Commerzbank allerdings weiterhin robust. Der weltgrößte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, verzeichnete in den vergangenen zwei Handelstagen Zuflüsse von 21 Tonnen. Offensichtlich werde das niedrigere Preisniveau von langfristigen Investoren als Kaufgelegenheit erachtet, hieß es in dem Kommentar der Commerzbank-Analysten.

Immer größer wird laut Experten derweil die Gefahr, dass die Nachfrage nach Öl und Kupfer sinkt, sollte Europa aufgrund der Schuldenkrise in eine Rezession geraten. Am Freitag verteuerten sich Brent und WTI zwar um mehr als ein Prozent auf 109,59 beziehungsweise 99,03 Dollar je Fass. Der Kupferpreis legte um 0,9 Prozent auf 7610 Dollar je Tonne zu. Doch das dürfte nicht von Dauer sein, sagte ein Händler. „Die Angst bleibt, ob die noch auf einige Staaten in Europa begrenzte Krise zu einer globale Vertrauenskrise umschwenken wird“, sagte Robin Bhar, Analyst bei der Credit Agricole.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wegen eines Preisrückgangs von 3 % einen Artikel zu schreiben, ist des Aufwands nicht wert. Gold kann ja nicht immer und die ganze Zeit steigen.

    Offensichtlich gibt es einiges an Angebot auf dem Goldmarkt. Das können aber die unterschiedliche Anbieter sein: z.B. auch manipulierende Notenbanken.

    Auf der anderen Seite sollte man nicht missachten, dass der Goldpreis inzwischen massiv über den Herstellungskosten liegt. Der Anreiz, das Angebot durch Herstellung oder Recycling aufs Äußerste zu steigern, ist sehr groß.

    Es könnte aktuell eine gute Idee sein, Gold zu verkaufen, um auf einem niedrigeren Niveau wieder einzusteigen. Natürlich auf die Gefahr hin, dass man dann im falschen Moment kein Gold mehr besitzt.

    Den Glauben, dass der Goldpreis eine Einbahnstraße sei, halte ich für einen heiklen Irrglauben.

  • ...erst wenn der erste hoch verschuldete westliche Staat einen Tilgungsplan vorlegt, beginne ich mir Sorgen um den Goldpreis zu machen. Bis dahin genieße ich die Finanzkriese mit einem zufriedenen Lächeln.

  • Es gibt zu Gold keine echte Alternative
    Solange so viel Geld gedruckt wird, wird es steigen.

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