Agrarische Rohstoffe
Preise für Weizen, Mais und Soja sacken ab

Agrarische Rohstoffe leiden unter der massiven Liquidationswelle an den Finanzmärkten und der Furcht vor einer weltweiten Rezession. Immer mehr Investoren ziehen Anlagekapital aus agrarischen Rohstoffen ab – Experten glauben, dass der Tiefpunkt der Preise noch nicht erreicht ist.

FRANKFURT. Als Folge des rückläufigen Rohölpreises erwarten die Märkte zudem eine geringere Nutzung von Energiepflanzen wie Mais, Sojabohnen und Raps für die Produktion der Biotreibstoffe Ethanol und Biodiesel. Die hierfür nicht gebrauchten Mengen an Getreide und Ölsaaten dürften dann – so die Erwartung des Marktes – wieder stärker ihrem bisherigen Verwendungszweck als Nahrungs- und Futtermittel zugeführt werden.

Vor diesem Hintergrund sind die Preise für Weizen, Mais und Sojabohnen in den vergangenen Monaten um jeweils mehr als 50 Prozent abgesackt. „Entscheidend für diese Übertreibung ist der Fakt, dass immer mehr Investoren in fast allen Anlageklassen zu Liquidierungen gezwungen waren“, sagen mehrere Ökonomen und Analysten. Das Verhalten der Marktteilnehmer deute darauf hin, dass der Tiefpunkt der Preise wohl noch nicht erreicht ist, meint Manfred Wolter von der LBBW in Stuttgart.

Stark auf die Preise für Getreide und andere agrarische Rohstoffe drückten darüber hinaus die Prognosen über höhere Getreideernten, die das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) veröffentlicht hat. Die Ernteschätzungen des Washingtoner Ministeriums finden an den Agrarmärkten weltweit seit vielen Jahren die größte Beachtung. Für das Erntejahr 2008/2009 rechnet das USDA jetzt mit einer weltweiten Getreideproduktion in Höhe von rund 2,208 Mrd. Tonnen. Noch im vergangenen Monat lag dieses Prognose noch bei rund 2,195 Mrd. Tonnen. Einen entscheidenden Anteil hieran wird die Weizenernte haben, die mit 680,2 (nach 676,3) Mio. Tonnen erwartet wird.

Doch auch wenn die globalen Getreidebestände nach einer vergleichsweise guten Ernte in der laufenden Saison aller Voraussicht nach leicht aufgestockt werden dürften, so liegen sie bei langfristiger Betrachtung auf einem noch immer vergleichsweise geringen Niveau. Die Vereinten Nationen und andere supranationalen Institute sehen daher keinen Anlass, im Kampf gegen den Hunger in der Welt nachzulassen.

„An vielen der zuletzt so schwachen Agrarmärkten herrscht noch immer Knappheit vor“, sagte der in Asien lebende populäre amerikanische Finanzmarkt-Guru Jim Rogers im Handelsblatt-Gespräch. Er habe sich daher zuletzt in Agrar-Rohstoffen positioniert.

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