Aktien, Fonds, Zertifikate: Wie Anleger vom schwachen Euro profitieren

Aktien, Fonds, Zertifikate
Wie Anleger vom schwachen Euro profitieren

Die Zukunft des Euros bleibt unsicher. Anleger können mit den richtigen Aktien, Fonds oder Zertifikaten von den Verwerfungen auf den Devisenmärkten profitieren. Die besten Strategien im Überblick.
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Viele Vermögende misstrauen dem Euro. Für Anleger kann es sich lohnen, zumindest einen Teil des Depots auf eine fremde Währung auszurichten. Es gibt zahlreiche Produkte, mit denen Investoren sowohl von Kursschwankungen wie auch von steigenden Kursen bei Wertpapieren profitieren können. Handelsblatt Online zeigt eine Übersicht über die wichtigsten Anlagemöglichkeiten.

Mit Aktien und Anleihen in einer fremden Währung lässt sich indirekt von steigenden Wechselkursen profitieren. Bei beiden Varianten können Kursgewinne die Einnahmen aus dem besseren Wechselkursverhältnis zusätzlich steigern – aber eben auch schmälern.

Wer bei Aktien auf Einzeltitel setzt, sollte grundsätzlich nur Titel wählen, die er selbst kennt und dessen Unternehmensentwicklung sich gut beobachten lässt, raten Anlageexperten. Große US-Werte wie Coco-Cola oder die Schweizer Nestlé sind stabile Werte, mit denen auch unerfahrene Kleinanleger wenig falsch machen können.

Nachteil bei Auslandsaktien: Wer die Aktien an den Heimatbörsen kauft, muss grundsätzlich mit höheren Gebühren rechnen.

Trotzdem bieten sich Vorteile: Wenn die fremde Währung aufwertet, steigt auch der Wert der Dividendenzahlungen. Genauso steigt der Verkaufswert in Euro allein durch den Wechselkurseffekt – sogar wenn sich der Aktienkurs selbst gar nicht bewegt hat. Optimal läuft es, wenn der Kurs der Aktie steigt und die fremde Währung noch aufwertet.

Um diesen Doppeleffekt zu erreichen, sollte das Unternehmen allerdings nicht zu stark von Exporten abhängig sein. Denn wertet die Währung des Heimatlandes auf, macht das das Geschäft schwieriger und der Aktienkurs könnte fallen.

Große Kursschwankungen sind bei Anleihen seltener. Dazu bieten diese Papiere deutlich höhere Renditen als beispielsweise deutsche Bundesanleihen. Grund dafür sind Fundamentaldaten wie das Zinsniveau, die Bonität des fremden Staates oder Unternehmens beziehungsweise Kaufkraftunterschiede der entsprechenden Währung.

Die australische zehnjährige Staatsanleihe rentiert derzeit beispielsweise bei 3,7 Prozent, gut zwei Prozent über den vergleichbaren Papieren aus Deutschland, und das, obwohl beide Länder über die Spitzen-Bonitätsnote AAA verfügen. Ungarische Papiere werfen sogar eine Rendite von 13 Prozent ab, was auf die dortige Schuldenmisere zurückzuführen ist. Hier sehen Investoren die wachsende Gefahr, dass der Schuldner ausfällt.

Wer dieses Emittentenrisiko umgehen will, kann zum Beispiel auf einen deutschen Emittenten zurückgreifen. Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beispielsweise bietet regelmäßig Fremdwährungsanleihen an, mit denen Anleger relativ risikolos auf Wechselkurseffekte setzen können. Eine Anleihe in ungarischen Forint rentiert derzeit bei gut fünf Prozent. Die Finanztochter des Autoherstellers BMW hat in dieser Woche zudem eine dreijährige Anleihe in australische Dollar begeben – zu einem Kupon von 5,5 Prozent.


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