Allein Chinas Stahlbedarf dürfte bis 2014 um zehn Prozent pro Jahr steigen
Das Reich der Mitte hat einen immensen Rohstoffhunger

Die Wirtschaft Chinas ist in den vergangenen Jahren im Schnitt um neun Prozent pro Jahr gewachsen. Vieles spricht für eine langfristig stabile Entwicklung: Eine wachsende und wohlhabende Mittelschicht – gekoppelt mit einer starken inländischen Nachfrage – sowie fortschreitende Privatisierungen und Deregulierungen haben den chinesischen Markt für den Welthandel geöffnet. Um das Wachstum in China aufrechterhalten zu können, bedarf es allerdings großer Rohstoffmengen.

HB DÜSSELDORF. Angesichts von Überhitzungstendenzen in Teilbereichen der Wirtschaft gilt es, einen wachsenden Rohstoffhunger zu stillen. Im Zuge seines rasanten Wirtschaftswachstums hat China selbst die großen Industrienationen USA, Japan und Deutschland im Verbrauch von Rohstoffen teilweise eingeholt. So ist etwa der Verbrauch von Aluminium und Kupfer in China bereits größer als der in Westeuropa. Chinas Eisenerzimporte sind in diesem Jahr schon um 30 Prozent gestiegen; das Reich der Mitte ist zum weltgrößten Stahlproduzenten aufgestiegen.

Auch im Verbrauch von Stahlprodukten ist China inzwischen Weltmeister. Experten erwarten, dass die Nachfrage in den kommenden zehn Jahren im Schnitt um zehn Prozent pro Jahr wächst. Darüber hinaus steht China bereits für ein Drittel des weltweiten Verbrauchs an Kohle, für sieben Prozent des weltweiten Ölkonsums und für 40 Prozent des Zementverbrauchs.

Diese immense Nachfrage ist mitverantwortlich für den starken Preisanstieg bei verschiedenen Rohstoffen, der zu Beginn dieses Jahres zu beobachten war und teilweise noch anhält. Neben Öl und Koks eilten auch die Weltmarktpreise für Stahl und Aluminium in diesem Jahr von einem Höchstkurs zum nächsten. Durch die rasche Industrialisierung stieg der Energiebedarf stark an. Das Jahr 1990 markierte einen ersten Wendepunkt in der Energieversorgung. China wurde zum Nettoimporteur von Energie. Die Rohstoffe müssen eingeführt werden, weil im Zuge des raschen Wirtschaftswachstums die Selbstversorgung mit heimischen Rohstoffen nicht mehr ausreicht. Auch der stark gestiegene Ölpreis lässt den erwachenden Riesen China nicht unbeeinflusst. Ende 1993 wurde das Land zum Nettoimporteur von Rohöl.

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