Allen Krisen zum Trotz
Euro profitiert von schwacher US-Konjunktur

Schwache Konjunkturdaten aus den USA haben den Dollar belastet, das Verbrauchervertrauen ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Der Eurokurs profitiert, eine langfristige Erholung halten Experten aber für unwahrscheinlich.
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FrankfurtDer Kurs des Euro ist am Freitag nach überwiegend enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,3396 Dollar gehandelt. Im frühen Handel hatte der Euro zeitweise 1,3359 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,3388 (Donnerstag: 1,3373) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7469 (0,7478) Euro.

Überwiegend schwache Konjunkturdaten aus den USA hätten den Dollar belastet, sagten Händler. So hatte sich das von der Universität von Michigan erhobene Verbrauchervertrauen im August überraschend eingetrübt und war auf den niedrigsten Stand seit November 2013 gefallen.

Zudem war auch der wirtschaftliche Frühindikator für den Bundesstaat New York deutlich unter Druck geraten. Bereits an den vergangenen Tagen hatten eine Reihe von Wirtschaftszahlen aus den USA enttäuscht und die Hoffnungen auf ein hohes Wirtschaftswachstum etwas gedämpft.

Der Eurokurs schaffte es jedoch erneut nicht, sich nachhaltig über der Marke von 1,34 Dollar zu befestigen. Die meisten Experten gehen weiterhin davon aus, dass sich die USA besser entwickeln wird als die Eurozone. Zudem dürften der Handelskonflikt mit Russland die Eurozone stärker treffen als die USA. Die jüngste Erholung des Eurokurses könnte also eine Zwischenerholung bleiben.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80215 (0,80160) britische Pfund, 137,33 (136,99) japanische Yen und 1,2114 (1,2124) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1296,00 (1313,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 31 030,00 (31 070,00) Euro.

Der Euro hatte sich am Freitag zunächst trotz Medienberichten über ein Vorrücken russischer Truppen auf ukrainischen Boden kaum verändert gezeigt. Zum Wochenschluss rücken internationale Krisenherde wieder stärker in den Fokus der Märkte, „insbesondere die Meldungen, nach denen russische Truppen die Grenze zur Ukraine überschritten haben sollen“, lautet die Einschätzung des Experten Dirk Gojny von der National-Bank.

Der russische Rubel geriet im Handel mit dem Euro und dem Dollar unter Verkaufsdruck.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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