Allzeithoch
Euro spiegelt Europas neue Stärke

Der europäische Raum hat sich zu einer internationalen Größe entwickelt, an der niemand mehr vorbeikommt – wirtschaftlich wie politisch. Dies äußert sich vor allem in der Aufwertung des Euros im Vergleich zum US-Dollar. Doch auch andere Währungen konnten Boden gut machen.

FRANKFURT. Die Architektur der globalen Finanzmärkte basiert zu einem sehr großen Teil noch immer auf dem US-Dollar. Dieser spielt weiter die dominierende Rolle als Welt-Reservewährung. Doch parallel dazu haben sich andere Währungen zu Starkwährungen entwickelt, weil die dahinter stehenden fundamentalen Trends die zunehmende Bedeutung dieser Valuten rechtfertigen. Dies gilt vor allem für die europäische Einheitswährung Euro. Deren Aufwertung reflektiert eine bemerkenswerte Umkehr der geopolitischen und ökonomischen Machtverhältnisse in der Welt.

Europa wird als politisches Schwergewicht weltweit immer stärker wahrgenommen. Und so hat der Euro dem Dollar in den vergangenen Jahren unter zahlreichen Aspekten den Rang abgelaufen. Von den positiven Aussichten Europas haben in der jüngsten Vergangenheit auch der Schweizer Franken und das britische Pfund Sterling profitiert, die beide im Verhältnis zum US-Dollar sehr stark an Boden gewonnen haben.

Der kräftige Aufschwung europäischer Devisen zum Greenback ist Ausdruck der deutlich verbesserten politischen und ökonomischen Stellung Europas in der Welt. „Europa hat mittelfristig deutlich bessere Perspektiven als die USA“, sagte Eric Syz, Gründer, Großaktionär und General Manager der Banque Syz & Co AG in Genf, dem Handelsblatt. Der Banker begründet seine Einschätzung unter anderem mit der wesentlich liberaleren Wirtschaftspolitik der europäischen Staaten. Und in der Tat vermittelten die USA in jüngster Vergangenheit immer wieder den Eindruck, als sei Washington zu einer stärkeren protektionistischen Politik bereit.

Doch der Euro-Höhenflug wird in der Euro-Zone auch kritisch gesehen: So klagt gerade Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy über eine Schwächung der europäischen Exportwirtschaft – und begründet damit seine Forderung, die Politik stärker in die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank einzubringen. Und die deutsche Wirtschaft? Sie kann wegen ihrer Wettbewerbsstärke mit dem aktuellen Kurs noch gut leben. Sollte der Euro allerdings weiter zulegen, könnte es Probleme geben, räumte gestern Finanzstaatssekretär Thomas Mirow ein.

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