Allzeithoch nach BP-Panne
Ölpreis erklimmt neue Rekordmarke

Die Schließung des größten Ölfeldes der USA hat am Montag die Furcht vor Versorgungsengpässen geschürt und den Ölpreis auf neue Rekordstände getrieben.

HB LONDON. Ein Barrel (159 Liter) der europäischen Leitsorte Brent verteuerte sich bis zum Abend um mehr als 2,40 Dollar auf ein Allzeithoch von 78,64 Dollar, gab dann aber wieder etwas nach auf Preise um 78,30 Dollar. Auch US-Leichtöl legte um mehr als zwei Dollar auf 77,10 Dollar zu. Brent ist damit teurer als US-Öl, da Anleger fürchten, die USA könnten ihre Ausfälle durch Käufe in Europa decken. Zu dem Preissprung trug auch die Krise im Nahen Osten bei, wo knapp ein Drittel des weltweiten Öls gefördert wird.

Das Feld in Prudhoe Bay werde nach der Entdeckung eines Lecks in einer Pipeline vorübergehend außer Betrieb genommen, teilte der britische Betreiberkonzern BP mit. In Prudhoe Bay werden etwa acht Prozent des Öls für den US-Markt gefördert. Die USA verbrauchen rund ein Viertel der weltweiten Ölförderung und damit deutlich mehr als jedes andere Land. Nach Ansicht von Experten wird es Monate dauern, bis die Leitung wieder repariert ist. „Das ist eine Riesenaufgabe“, sagte Jane Haswell, Beraterin einer britischen Pipeline-Firma. Die Ursachen des Lecks sind noch unklar. BP kündigte am Abend an, die Produktion so schnell wieder aufzunehmen, wie dies ohne Sicherheitsbedenken möglich sei. Einen konkreten Termin nannte das Unternehmen aber nicht. Alle Pipelines würden ersetzt, erklärte BP.

Die US-Energiebehörde bereitete sich unterdessen darauf vor, wie nach dem Hurrikan Katrina Öl aus den 700 Millionen Barrel der nationalen Ölreserve bereitzustellen. „Wenn es eine Anforderung für Öl gibt, scheuen wir uns das sehr genau an“, sagte der Sprecher des Energieministeriums Craig Stevens. Die ausgefallenen Produktion ist kurzfristig kaum durch andere US-Felder zu ersetzen. Allerdings sind die Rohöltanks verhältnismäßig gut gefüllt.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zeigte sich in einer Erklärung besorgt über die Schließung. Die freie Produktionskapazität sei aber mehr als ausreichend, um den Ausfall auszugleichen. Das Kartell wolle in jedem Fall verhindern, dass es Versorgungsengpässe gibt.

Die Schließung reduziert die tägliche Produktionsmenge um 400 000 Barrel. Weltweit nimmt die Fördermenge pro Tag damit um ein halbes Prozent ab. „Die Welt macht sich bereits Sorgen über die knappen Vorräte, und dies trägt dazu bei“, sagte Risikomanager Tony Munan von Mitsubishi Corp.

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