Allzeithoch: Warum Öl für Europäer teuer wie nie ist

Allzeithoch
Warum Öl für Europäer teuer wie nie ist

Seit Tagen steigt der Ölpreis fast ununterbrochen. In Euro gerechnet ist Öl teuer wie nie. Analysten verweisen auf den Konflikt mit dem Iran. Das wiederum ruft findige Spekulanten auf den Plan.
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DüsseldorfDer Ölpreis kennt nur noch eine Richtung: sieben Tage in Folge ist er fast ununterbrochen gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent kostete am Freitag rund 124 Dollar. Noch eindrucksvoller fällt die Preissteigerung aus, wenn man in Euro rechnet - dann ist Öl so teuer wie nie. Das neue Allzeithoch - aufgestellt am Donnerstag - bei 93,50 Euro. Am Freitag entspannt sich die Lage kaum, der Preis gab nur leicht nach.

Den vorherigen Rekord hatte Öl am 3. Juli 2008 bei 93,45 Euro erreicht. Damals war der Euro allerdings deutlich stärker (1,57 Dollar). Durch den schwächeren Euro bekommen die Europäer die Preissteigerung jetzt stärker zu spüren als die Amerikaner. Anders ausgedrückt: Die Europäer bekommen heute weniger Öl für ihre Euro.

Wenn es um die Gründe für den hohen Ölpreis geht, verweisen Analysten schnell auf den Konflikt mit dem Iran. „Jede neue Nachricht zum Iran ist dazu geeignet, die Risikoprämie für Öl weiter nach oben zu treiben“, sagt Natalie Robertson, Rohstoff-Strategin bei der ANZ Bank.

Die USA werfen dem Iran vor, heimlich am Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Und die EU hat ab Sommer ein Importverbot für iranisches Erdöl verhängt. Auch Japan erwägt, weniger zu importieren. Der Iran bestreitet die Vorwürfe und droht seinerseits, die Straße von Hormus zu blockieren, einen der weltweit wichtigsten Transportwege für Öl.

Noch ist die Versorgung mit Öl nicht gefährdet. Andere Förderländer wie Saudi Arabien können Ausfälle noch ausgleichen. Sollte sich der Konflikt jedoch weiter zuspitzen, so befürchten Experten, könnte sich das ändern und das Angebot auf dem Weltmarkt knapp werden.

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Spekulanten setzen auf den Trend

Kommentare zu " Allzeithoch: Warum Öl für Europäer teuer wie nie ist"

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  • Man muss immer mehr Euros und Dollars für ein Barrel Öl hinlegen. Ist dies jetzt ein Anzeichen für teurer werdendes Öl oder für weniger Wert werdende Währungen? Letzteres würden Regierungen natürlich nicht gerne zugeben und lieber jemand anderem die alleinige Schuld geben, dem Iran zum Beispiel. Hm, zumindest einen Gedanken wert. Vielleicht hängen die Themen Ölpreis und Staatsschuldenkrise ein wenig enger zusammen als es auf den ersten Blick scheint, auch wenn sicherlich die drohende Kriegsgefahr immer noch den höheren Einfluss auf den Ölpreis hat.

  • Warum werden Warentermingeschäfte ohne Geschäftsgrundlage nicht endlich verboten?

  • Da hilft nur eins:
    Am 1.3.2012 wird nicht getankt und ab 05.03.2012 wird Shell solange bestreikt, bis der Bezinpreis 1,30 erreicht hat.

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