Alternative Währung: Mt. Gox ist tot, es lebe der Bitcoin!

Alternative Währung
Mt. Gox ist tot, es lebe der Bitcoin!

Bitcoins haben einen sagenhaften Aufstieg hinter sich. Jetzt erschüttert ein Skandal die virtuelle Währung. Der Kurs bricht ein. Ein hartnäckiger US-Staatsanwalt ermittelt. Der Anfang vom Ende? Nicht unbedingt.
  • 2

DüsseldorfEine Währung ist nichts wert ohne Vertrauen. Das gilt für Euro und Dollar genauso wie für die Kunstwährung Bitcoin. Seitdem Mt. Gox, die einst größte Tauschbörse für Bitcoins, den Betrieb eingestellt hat, ist das Vertrauen schwer erschüttert. Den Schaden haben diejenigen, die dem Börsenbetreiber aus Japan ihr Geld anvertraut haben. Vermutlich werden sie nicht viel davon wiedersehen.

Der Fall Mt. Gox zeigt zweierlei: Erstens ist der Handel mit Bitcoins extrem riskant. Er ist anfällig für Attacken durch Hacker, Manipulationen und Diebstahl. Zweitens ist die Schwachstelle nicht die Währung selbst, sondern fehlende Transparenz bei einer Tauschbörse. Anders ausgedrückt: Die Idee ist gut, die Umsetzung mangelhaft.

Sollten die übrigen Handelsplattformen aus dem Skandal lernen, könnte dieser letztlich sein Gutes haben. Ein heilsamer Schock. Der frühere Netscape-Gründer und Großinvestor Marc Andreessen twitterte: „Mt. Gox musste sterben, damit der Bitcoin leben kann.“

Die Tauschbörse Mt. Gox war seit Dienstagmorgen nicht mehr erreichbar, verschwunden über Nacht. Wo vorher Transaktionen mit Bitcoins abgewickelt werden konnten, erschien nur noch eine weiße Seite. Im Netz machten Gerüchte die Runde: Es habe einen großen Diebstahl gegeben, hieß es. Der Betreiber sei insolvent.

Ein Blogger stellte ein Dokument ins Internet, wonach Transaktionen über mehrere Jahre manipuliert worden sein sollen. Dadurch seien fast 750.000 Bitcoins „abhanden“ gekommen. Heutiger Wert: rund 390 Millionen Dollar. „Die Wahrheit ist, dass Mt. Gox jeden Augenblick pleitegehen kann - und es das als Unternehmen mit Sicherheit verdient“, hieß es in dem Dokument. Die Echtheit der Informationen wurde bislang nicht bestätigt, allerdings auch nicht dementiert.

Bereits vor zwei Wochen hatte Mt. Gox den Handel ausgesetzt, nachdem die technische Panne bekannt geworden war. Seitdem kommen Kunden – ihre Zahl wird auf eine Million geschätzt – nicht mehr an ihr Geld. Ein paar von ihnen haben sich in Tokio vor dem Hauptquartier von Mt. Gox versammelt. Sie fordern die Firma auf, das Geld auszuzahlen. „Ich bin angewidert von denen und der Art, wie die mit dem Geld umgegangen sind, das wir Kunden ihnen anvertraut haben“, sagt Kolin Burges, einer der Demonstranten.

Die Macher der Handelsplattform sind abgetaucht und haben nicht mehr als eine dünne Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es, man bitte die Kunden, von weiteren Fragen abzusehen. Die Mitarbeiter seien angewiesen, keine Auskunft zu geben. Nicht gerade ein vertrauensbildendes Krisenmanagement.

Kommentare zu " Alternative Währung: Mt. Gox ist tot, es lebe der Bitcoin!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das ist richtig.Und warum ist das so ? Weil diejenigen die hier investierten, zu den Nemax-Blasenzeiten- 1997-2000 -noch Kinder oder Jugendliche waren.Es ist wohl ein immer wiederkehrendes Generationen-Problem an der Börse.Die "verbrannte" Nemax-Generation hat dort garantiert nicht investiert,das waren zu 90% alles Leute von heute unter 25 Jahren.
    Das Gleiche hatten wir in 2000,da war nämlich der letzte große Crash im Oktober 1987,auch schon wieder fast 13 Jahre her,so dass das viele der damaligen Investoren, da noch gar nicht mitgemacht haben bzw.aus Altersgründen noch nicht mitgemacht haben konnten.

  • Jeden Tag stehen Dumme auf, man muß sie nur finden. Über das Internet ist es leichter als früher.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%