Analysten erwarten Yen-Verkäufe
Eurokurs bei ruhigem Geschäft behauptet

Der Euro hat sich nach den enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten vom Juni zum Wochenbeginn zunächst behauptet. Mit Kursen um 1,23 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung bei ruhigem Geschäft auf dem Freitagsschlussniveau und gut eineinhalb US-Cent über dem EZB-Referenzwert vom Freitag (1,2148 Dollar).

HB FRANKFURT. Allerdings bremste der unerwartet deutliche Rückgang des Reuters-Service-Index für die Euro-Zone und Deutschland im Juni den Euro im Vormittagshandel etwas. Wegen des Feiertages in den USA sei der Umsatz aber sehr gering, erklärten Händler. Neue Impulse werden Händlern zufolge vor allem am Dienstag nach neuen US-Konjunkturdaten erwartet.

Mit dem unerwartet geringen Stellenzuwachs in den USA sei die Wahrscheinlichkeit einer „aggressiven“ Zinserhöhungsrunde in den USA geringer geworden, begründeten Händler die Schwäche des Dollar. Viele Marktteilnehmer rechneten zwar weiter mit Zinsanhebungen in den USA, doch dürften die Zinsschritte nun eher moderat ausfallen. Einige Analysten hätten ihre Zinserhöhungserwartungen für das nächste Jahr sogar schon wieder etwas gesenkt, hieß es. „Eine Phase neuerlicher Dollarschwäche ist durch die Arbeitsmarktdaten vom Freitag jedenfalls wahrscheinlicher geworden“, erklärte Carsten Fritsch, Devisenstratege bei der Commerzbank.

In den USA liegen die Leitzinsen mit 1,25 Prozent deutlich unter dem Niveau in der Euro-Zone mit zwei Prozent. Sollte die Konjunktur in der weltgrößten Volkswirtschaft nun im zweiten Halbjahr weniger stark als im ersten wachsen, werde dies den Dollar belasten, erläuterten Händler. Zugleich beobachteten die Märkte allerdings auch die Preisentwicklung in den USA genau.

Schwache Konjunkturdaten aus der Euro-Zone verhinderten Händlern zufolge am Vormittag zunächst einen weiteren Anstieg des Euro-Kurses. So konnten die deutschen Dienstleister ihre Geschäfte im Juni nicht mehr so stark ausweiten wie noch im Vormonat und drückten damit auch den Reuters-Service-Index für die Euro-Zone stärker als von Analysten erwartet, wie aus den Daten hervorging.

Der japanische Yen gab mit Blick auf die Wahlen am Sonntag nach. Analysten erwarten weitere Yen-Verkäufe, falls die größte Oppositionspartei, die Demokratische Partei, die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) in Bedrängnis bringen sollten. Nach Umfragen ist die Unterstützung für Ministerpräsident Junichiro Koizumi in einem Stimmungstief. „Das könnte den Yen belasten“, erklärte ein Händler in Tokio. „Beträchtliche Verluste der LDP könnten Yen-Verkäufe auslösen, wenn ich auch nicht damit rechne, dass das von sehr langer Dauer sein wird“, sagte Tohru Sasaki, Chef-Devisenstratege bei JP Morgan.

Der Dollar zog somit zum Yen leicht an. Mit 108,80 Yen notierte der Greenback in der Spitze deutlich über dem Freitagsschluss von 108,30 Yen.

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