Analysten fürchten längerfristig Engpässe
Preisrückgang bei Öl ist nur von kurzer Dauer

Die Ölpreise haben am Dienstag zunächst weiter nachgegeben, sich im Tagesverlauf allerdings wieder erholt. Die zeitweise unter 35 Dollar je Barrel (159 Liter) notierende Rohölmarke Brent stieg in London später wieder auf 35,30 Dollar. Zu Monatsbeginn hatte Brent 39,12 Dollar gekostet. In New York notierte die Standardqualität WTI bei 37,52 Dollar je Barrel. Der Preis liegt damit deutlich unter dem zuletzt erreichten Rekordhoch von mehr als 42,50 Dollar.

LONDON. Zwei Einflussfaktoren bestimmen laut Kyle Cooper von der Citigroup das Verhalten der Marktteilnehmer: zum einen die entspanntere Vorratslage in den USA und zum anderen die sich einem Rekordvolumen nähernde Ölförderung der Opec-Staaten. Nach Angaben des US-Energieministeriums sind die Rohölvorräte in der Woche zum 4. Juni auf den höchsten Stand seit August 2002 gestiegen. Mit 302 Mill. Barrel liegen sie derzeit um etwa 6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die in den letzten neun Wochen stark gestiegenen Benzinvorräte haben offenbar auch den Marktteilnehmern an der Energie-Terminbörse New York Mercantile Exchange (Nymex) die Furcht vor einer Verknappung während der laufenden „Reisesaison“ in den USA genommen. Mit etwa 1,15 Dollar je Gallone liegt der Benzinpreis bereits deutlich unter den jüngsten Höchstständen.

Das Fördervolumen der Opec nähert sich indes mit 29,55 Mill. Barrel täglich – inklusive der Förderung des Irak von über 2 Mill. Barrel - einem absoluten Rekord, berichtet die Petrologics in Genf in ihrer Monatsanalyse. Die Schätzung dieser Experten basieren auf dem Verladevolumen von Rohöl auf Tankern. Danach dürfte die Opec die zu Monatsbeginn angekündigte und für den 1. Juli terminierte Anhebung der Förderquote auf 25,5 Mill. Barrel (ohne Irak) mit 27,4 Mill. Barrel pro Tag schon jetzt überschritten haben.

„Das Potenzial für einen erneuten Anstieg des Ölpreises ist nach wie vor größer als ein weiterer Preisverfall," warnt Orin Middleton, Energiehändler bei Barclays Capital vor einer Fehleinschätzung. Sein Haus hat gerade seine mittel- bis langfristige Ölpreisprognose nach oben revidiert und dabei Versorgungsengpässe und -ausfälle wegen der schrumpfenden freien Kapazitäten und der geopolitischen Risiken (Terroranschläge) in ihr „Basisszenario" übernommen.

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