Analysten optimistisch
Goldpreis nähert sich 26-Jahreshoch

Die Anleger flüchten sich weiter ins Gold. Am Mittwoch stieg der Preis je Feinunze (rund 31 Gramm) in London auf über 722 Dollar. Noch teurer war das Edelmetall im Mai vergangenen Jahres, als es mit 732 Dollar auf dem höchsten Niveau seit 26 Jahren notiert hatte.

rp DÜSSELDORF. Der Gold-Preis stieg am Mittwoch Nachmittag auf 722,70 Dollar je Feinunze nach 719,30 Dollar im späten US-Handel. Gold profitiert von seinem Ruf als „sicherer Hafen“ in turbulenten Zeiten und von der aktuellen Schwäche des Dollars. Traditionell bewegen sich der Goldpreis und der Dollarkurs entgegengesetzt. Am Markt wird mit Blick auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank darauf spekuliert, dass der Dollar weiter nachgeben wird. Zusätzlich gestützt wird Gold durch die Rekordstände beim Rohöl. Nach einer Umfrage von Bloomberg unter 26 Händlern, Investoren und Analysten haben sich 14 der Befragten für Goldkäufe ausgesprochen, fünf blieben neutral, sieben setzten auf einen Verkauf.

Nahezu ohne Einfluss blieben mögliche Goldverkäufe der Zentralbanken. In der Vergangenheit hatten diese des öfteren den Preisanstieg gebremst. Die spanische Zentralbank, der größte Goldverkäufer unter den Zentralbanken in diesem Jahr, hat sich laut Commerzbank gegen weitere signifikante Goldverkäufe entschieden; sie habe den Großteil der beabsichtigten Verkäufe bereits getätigt. „Die Tatsache, dass die Verkäufe in den letzten Wochen scheinbar ohne Druck auf den Goldpreis abliefen, spricht für die Stärke der aktuellen Bewegung“, meint Commerzbank-Experte Eugen Weinberg.

„Wir könnten eine neue Welle des Goldkaufs als Folge des schwächeren Dollar sehen“, sagte Analyst Frederic Panizzutti von MKS Finance. Schallenberger erwartet einen weiteren Anstieg auf bis zu 780 Dollar, wenn die Marke von 730 Dollar übersprungen ist.

Verbesserte Konjunkturaussichten nach der Zinssenkung und damit die Erwartung einer weiterhin starken Nachfrage trieben auch die Preise für Industriemetalle in die Höhe. „Der große Zinsschritt sollte die Konjunktursorgen der Marktteilnehmer zunächst etwas zerstreuen“, urteilte Rohstoff-Experte Frank Schallenberger von der LBBW.

Die Tonne Kupfer verteuerte sich am Dienstag um 2,7 Prozent auf ein Sieben-Wochen-Hoch von 7807 Dollar. Das in der Stahlproduktion verwendete Zink verteuerte sich um 4,4 Prozent auf 2950 Dollar je Tonne.

Der Blei-Preis stieg um 2,5 Prozent auf 3220 Dollar je Tonne. Nach Spekulationen über eine stärkere Nachfrage von Edelstahlproduzenten legte Nickel um 3,8 Prozent auf 32.100 Dollar je Tonne zu.

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