Analysten setzen Preisprognosen herauf
Die Ölpreis-Rally nimmt kein Ende

Die Rohölpreise eilen von Rekord zu Rekord. Das europäische Nordseeöl der Marke Brent stieg am Donnerstag auf den höchsten jemals erreichten Stand von fast 48,80 Dollar je Barrel (159 Liter). Die US-Richtmarke WTI (West Texas Intermediate) kostete am Donnerstag zeitweise erstmals mehr als 53 Dollar. Experten glauben, dass die Ölpreisrally noch weiter geht.

DÜSSELDORF. Ausgelöst wurde der neue Preisschub dadurch, dass das US-Energieministeriums neue Zahlen zu den Lagerbeständen veröffentlicht hatte. Die Bestände waren in der vergangenen Woche nicht so stark gestiegen, wie erwartet worden war. Zudem hatte das Ministerium angedeutet, dass es wohl noch viele Monate dauern wird, ehe der Ölpreis wieder dauerhaft unter 40 Dollar fallen wird. An den Märkten verstärkte dies – gerade mit Blick auf den Winter – einmal mehr die seit Wochen bestehenden Ängste, dass die Ölvorräte knapp werden könnten. Zuletzt bereitete angesichts geringer freier Förderkapazitäten besonders die Produktion am Golf von Mexiko Sorgen. Sie wurde durch Wirbelstürme stark in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt wurden dort seit Mitte September rund 16 Mill. Barrel weniger gefördert als üblich.

Neben den Angebotsausfällen in den USA führen zudem die instabile Lage im Irak und in Nigeria zu hohen Notierungen. In Nigeria droht ein nationaler Streik. Das Land fördert mehr als zwei Millionen Barrel am Tag. Nach wie vor ungelöst ist auch die Situation bei der russischen Gesellschaft Yukos. Lieferschwierigkeiten des Ölriesen hatten in diesem Jahr mehr als einmal einen Preisschub ausgelöst.

Der Ölpreisanstieg sorgt inzwischen auch den Internationalen Währungsfonds (IWF). Bei derartigen Energiepreisen könne 2005 nur noch mit einemWachstum der Weltwirtschaft von vier Prozent statt 4,3 Prozent gerechnet werden, sagte David Robinson, Vize-Direktor des IWF-Researchs. Bisher hatten sich die Industriestaaten recht optimistisch geäußert, dass die hohen Preise den Aufschwung nicht allzu sehr belasten. „Ich mache mir Sorgen um die mittelfristige Perspektive, über die anhaltende Anfälligkeit der Ölpreise“, sagte Robinson.

Auch die Organisation Erdöl exportierenden Länder (Opec) zeigte sich einmal mehr bekümmert. „Die Opec ist besorgt wegen des hohen Ölpreises, und wir werden alles in unserer Macht stehende tun, ihn zu reduzieren“, sagte ein führender Opec-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Mit über 30 Mill. Barrel am Tag – dies ist das höchste Niveau seit 25 Jahren – übertrifft die Opec allerdings ihre offizielle Förderquote von insgesamt 27 Mill. Barrel bereits deutlich. Die zusätzlichen Kapazitäten des Ölkartells gelten als begrenzt. Die Opec repräsentiert gut ein Drittel der Ölförderung. Nicht in dem Kartell vertreten sind große Förderländer wie Russland und Norwegen.

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