Angebotslücke ist gewaltig
Rohstoffverbrauch in Schwellenländern beflügelt Preise

Der Boom an den internationalen Warenmärkten hält an. Nahezu täglich markieren die Preise von Rohstoffen wie Kupfer oder Platin neue oder mehrjährige Höchststände. Experten sprechen längst nicht mehr nur von einer „Renaissance der Rohstoffe“, inzwischen ist von einem Megatrend oder sogar von einem „Rohstoff-Superzyklus“ die Rede.

DÜSSELDORF/GENF. „Es ist eine Frage der Interpretation“, sagt Graham Birch, Leiter des Rohstoffbereichs bei Merrill Lynch Investment Managers in London. Wenn man unter Superzyklus eine Periode überdurchschnittlich hoher Rohstoffpreise verstehe, „deuten alle Zeichen darauf hin, dass dieses Szenario noch für einige Jahre anhalten wird“, prognostiziert Birch.

Die Rekordjagd an den Warenmärkten zieht sich praktisch durch alle Rohstoffbereiche. Gewechselt haben zuletzt aber die Favoriten. So beruhigte sich die Lage an den Energiemärkten. Mit Kursen von rund 53 Dollar je Barrel (159 Liter) ist Rohöl aber immer noch rund 15 Dollar teurer als zu Beginn des Jahres. Seit Ende 2003 hat sich der Preis fast verdoppelt. Die Favoritenrolle liegt aktuell im Edelmetallbereich: Gold ist so teuer wie seit 18 Jahren nicht mehr und Platin notiert auf dem höchsten Niveau seit 26 Jahren. Aber auch Industriemetalle wie Kupfer sind nach wie vor stark gefragt.

Ausgelöst wurde der steile Preisanstieg an den internationalen Warenmärkten vor allem durch den immensen Rohstoffhunger sich schnell entwickelnder Schwellenländer. China, Indien, Brasilien und Russland wachsen schnell und verbrauchen in stetig wachsendem Umfang Rohstoffe. Philippe Chalmin, französischer Professor und Gründer der renommierten Rohstoff-Researchfirma Cyclope, nennt einige Zahlen. Danach stiegen allein im ersten Halbjahr die chinesischen Importe von Nickel um mehr als 100 Prozent, die Kupfereinfuhren um mehr als die Hälfte. „China ist heute der weltgrößte Importeur beispielsweise von Kupfer, Nickel, Eisenerz, Baumwolle und Sojabohnen“, sagt Chalmin.

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