Anhaltende Seitwärtsbewegung
Gute Chancen für weiteren Anstieg des Euros

Die seit April anhaltende Seitwärtsbewegung des Euros gegenüber dem US-Dollar ist mit dem Anstieg über 1,30 Dollar zu den Akten zu legen. Die jüngste Talfahrt des Dollars weckt Erinnerungen an die Kursentwicklungen zum Jahreswechsel 2002/ 2003, 2003/2004 und 2004/2005.

DÜSSELDORF. Jeweils in dieser Zeit setzte der Euro zu einer Aufwärtsbewegung an, in deren Rahmen er in nur wenigen Wochen Kurszuwächse von über zehn US-Cent verzeichnete.

Die Voraussetzung für eine weitere Befestigung sind aus charttechnischer Perspektive gegeben. So ist ein Ausbruch aus einer lange anhaltenden Tradingrange im Regelfall als prozyklisches Signal zu interpretieren. Aus der Projektion der Handelsspanne zwischen 1,245 Dollar und 1,30 Dollar nach oben lässt sich ein Kursziel von über 1,35 Dollar ableiten. Damit rückt das Allzeithoch des Euros von Ende 2004 bei rund 1,366 Dollar in greifbare Nähe. Ein größerer Widerstand liegt nur noch bei dem Hoch vom 11. März 2005 bei 1,3485 Dollar. Über 1,366 Dollar würde der Euro in unbekannte Regionen vorstoßen. Nimmt man den Wechselkurs des Dollars zur D-Mark zu Hilfe, gibt es größere Hürden noch bei rund 1,41 bzw. 1,45 Dollar, den Hochpunkten aus dem August 1992 bzw. März 1995.

Auch das Anlegerverhalten im Vorfeld des Anstiegs über 1,30 Dollar lässt vermuten, dass mit einem größeren Aufwärtsimpuls des Euros gerechnet werden muss. So waren die impliziten Optionsvolatilitäten im November auf einen mehrjährigen Tiefpunkt gefallen, d.h. kaum jemand hat für die kommenden Monate mit größeren Schwankungen im Kursverlauf gerechnet und sich gegen unerwünschten Bewegungen abgesichert. Nach dem erfolgten Ausbruch dürften nun viele Akteure in den Markt gedrückt werden. Erst bei einem Rückfall in die alte Handelsspanne würde das freundliche Szenario für den Euro einen Knacks erhalten.

Rainer Sartoris, technischer Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt AG

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