Anlagestrategien
Der große Rohstoff-Poker

Egal ob Öl, Gold, Weizen oder Platin - die Preise für viele Rohstoffe sind zuletzt eingebrochen. Viele Anleger fragen sich deshalb, ob die "Jahrhundert-Rally" möglicherweise zu Ende ist. "Nur vorübergehend", antworten die Experten. Je nach Erwartung können Anleger von beiden Konstellationen profitieren - von fallenden und von steigenden Kursen. Handelsblatt.com hat einige Anlagemöglichkeiten zusammengefasst.

HB FRANKFURT. Rohstoffanlagen liegen nach der rasanten Hausse der vergangenen Jahre voll im Trend. Auch jetzt, nachdem die Preise vieler Rohstoffe abgerutscht sind, hat sich daran nichts geändert. Jochen Hitzfeld, Rohstoffexperte bei UniCredit etwa glaubt, dass der Aufschwung eine Pause mache - möglicherweise bis ins erste Quartal 2009. Langfristig aber sei der Trend intakt. Vieles wird davon abhängen, wie stark die Finanzkrise auf die Konjunktur der USA durchschlägt. Und wie stark der Abschwung im Wirtschaftswunderland China ausfallen wird. Erst gestern meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, dass der lange Zeit boomende Außenhandel eingebrochen ist. Der Außenhandelsüberschuss ging von Januar bis Juli um 9,6 Prozent zurück.

Privatanleger können erst seit einiger Zeit mit wenigen tausend Euro auf einzelne Rohstoffe wetten. Vor einigen Jahren noch war dieser Handel an den Terminbörsen fast komplett in der Hand institutioneller Investoren. Dank der Zertifikate ist daraus mittlerweile ein Massenmarkt geworden. Neben den klassischen Rohstoffen, den Energieträgern, Edel- und Industriemetallen gibt es zunehmend Papiere auf so genannte Soft Commodities, also auf Agrarprodukte wie Weizen, Zucker, Orangensaft oder Kakao.

Wer bisher ein gutes Händchen für Aktien oder Anleihen hatte und nun sein Geld zum ersten Mal in Rohstoffe steckt, muss trotzdem umdenken. Rohstoffe haben einen ganz eigenen Rhythmus. Bei Heizöl und Erdgas etwa gehen die Preise während der Sommermonate in der Regel zurück. Fällt das Laufzeitende eines Zertifikats in diese Zeit, nützt die langfristige Perspektive auf steigende Ölpreise wenig. Anders als bei Zertifikaten auf Aktien ist der Basiswert bei Rohstoffzertifikaten meist nicht der physische Rohstoff selbst. Als Basis dienen vielmehr Verträge am Terminmarkt, in der Branche Futures genannt.

Ein Future ist ein Vertrag, in dem geregelt wird, wann ein Rohstoff zu welchem Preis, in welcher Menge und welcher Qualität geliefert werden soll. Das heißt, die Ware - Öl, Nickel, Zucker oder Orangensaft - ist bei Vertragsschluss oft noch gar nicht vorrätig. Der Großteil der Rohstoffzertifikate spiegelt deshalb nicht die Entwicklung der aktuellen Preise (Spotkurse) wider, sondern die Kursentwicklung dieser Terminkontrakte. Und die kann sich vom Auf und Ab des Spotpreises deutlich unterscheiden.

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