Anlegen in der Krise
Skandinavische Währungen werden zum „sicheren Hafen“

Der Schweizer Franken war mit der Flut an verunsicherten Anlegern überfordert. Die wenden ihre Aufmerksamkeit jetzt nach Norden, denn dort vermuten sie die neuen „sicheren Häfen“ für ihr Vermögen.
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FrankfurtDas Herz der Anleger am Devisenmarkt schlägt seit wenigen Tagen eher für die Schweden als für die Schweizer, wenn es um die Suche nach dem sicheren Hafen geht. Die Schwedische Krone erfreut sich ebenso wie die Währung des Nachbarlandes Norwegen wachsender Beliebtheit, seitdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Franken an den Euro gekoppelt hat und mit allen Mitteln einen Mindestkurs von 1,20 Franken verteidigen will.

Am Dienstag erhielt man für einen Euro nur noch 8,9444 Schwedische Kronen , ein Drei-Monats-Hoch der Krone. Mit zuletzt 7,4825 Norwegischen Kronen pro Euro erreichte der Euro sogar ein Achtjahres-Tief. Der Franken dagegen gab wie von der SNB erwünscht zum Euro nach und notierte am Freitag bei 1,21 Franken je Euro.

Analysten rechnen mit einem weiteren Anziehen der beiden skandinavischen Währungen, da die Euro-Schuldenkrise noch lange nicht aus der Welt geschafft sein dürfte. „Einer der Effekte der SNB-Entscheidung ist, dass andere Währungen als der Franken im Vergleich zum Euro gestärkt werden“, sagte Währungsstratege Carl Hammer von SEB in Stockholm. Vor allem Hedgefonds trieben die schwedische und norwegische Krone nach oben. Kurzfristig orientierte Anleger hätten bisher auf den Franken gesetzt, aber seit der Koppelung an den Euro werde er zunehmend mit den Schuldenproblemen der Eurozone in Verbindung gebracht. Zudem sind die Chancen, am Auf und Ab der Schweizer Währung zu verdienen, nun stark gesunken.

Anderen Experten zufolge springen nun viele Anleger auf den fahrenden Zug auf, da sich die Wirtschaft in beiden Ländern schon seit Jahren als sehr viel robuster präsentiert hat als in anderen Industrieländern. Die Kreditwürdigkeit beider Staaten wird mit der Bestnote AAA bewertet, sie weisen solide Staatsfinanzen auf und die Kosten für Kreditausfallversicherungen auf ihre Anleihen gehören zu den niedrigsten der Welt. Außerdem liegen in beiden Ländern die Leitzinsen höher als in der Eurozone. Die norwegische Wirtschaft profitiere zudem vom relativ hohen Ölpreis, sagte Analystin Camilla Viland von DNB Nor.

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„Norwegische Krone wird nicht Rolle des Franken übernehmen“

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  • Liebe Neoliberale,

    angesichts ausufernder Staatsquoten, aufgeblähtem öffentlichen Dienst, viel zu hohen Löhnen aufgrund viel zu niedriger Arbeitslosigkeit, Teufelswerken wie Stromversorgung in öffentlicher Hand oder auch eines komplett öffentlichen Gesundheitssystems (Stichwort Bürgerversicherung), tragfähigen, armutsfesten Renten und hervorragender öffentlicher Infrastruktur für Kinderbetreuung...

    Ja, angesichts dieser Punkte solltet ihr, liebe Neoliberale, euch von Skandinavien genauso fernhalten wie der Teufel vom Weihwasser. Unter derart üblen kommunistischen Umtrieben (Linksregierung in Norwegen!), gepaart mit Reformverweigerung und fehlendem Mut zu harten Strukturreformen (privat vor Staat!) werdet ihr in diesen Ländern nicht glücklich werden. Also bitte, geht wieder raus aus der norwegischen Krone, dann kann ich diese weiter günstig aufstocken und unsere anstehende Auswanderung rechnet sich einfach besser!

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