Anleger gehen auf Nummer sicher
Euro weiter im Bann der Schuldenkrise

Angela Merkels Besuch in Griechenland kann den Euro kaum stützen. Viele Anleger setzen weiter auf Sicherheit - und taten möglichst wenig. Die Athener Regierung bekommt derweil neue Kredite von einheimischen Banken.
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FrankfurtDie Schuldenkrise in der Euro-Zone lässt die Anleger am Renten- und Devisenmarkt nicht los. Viele gingen am Dienstag daher wieder auf Nummer sicher - und taten möglichst wenig. Das machte sich auch in einem kaum veränderten Kursbild bemerkbar. Der Euro pendelte um 1,2950 Dollar und lag damit nahe dem EZB-Referenzwert vom Vortag von 1,2958 Dollar. Der Bund-Future notierte mit 141,24 Punkten 15 Ticks niedriger.

Auch die Gespräche von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Griechenland vermochten die Anleger kaum aus der Lethargie zu reißen. „Die Märkte gehen davon aus, dass Frau Merkel den guten Willen Europas und Deutschlands bekräftigt, Griechenland in der Euro-Zone zu halten“, fasste Devisenhändler Volker Weber von MM Warburg zusammen. „Aber sie wird in Athen auch klarmachen, dass Griechenland seinen Teil beitragen muss.“

EZB-Chef Mario Draghi bescheinigte bei einer Anhörung im Europäischen Parlament den Griechen Nachholbedarf bei den Reformen. Allerdings erkannte er auch an, dass das Land Fortschritte gemacht habe. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird Griechenland sein Ziel der Schuldenreduzierung bis 2017 nicht erreichen.

Anders als Irland oder Portugal gilt laut Börsianern eine baldige Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt als sehr unwahrscheinlich. So finanziert sich Athen derzeit über kurzlaufende Geldmarktpapiere, die in erster Linie von den Banken des Landes gekauft werden. Auf diese Weise nahm die griechische Schuldenagentur am Dienstag nach eigenen Angaben rund 1,3 Milliarden Euro ein und musste dafür mit 4,46 Prozent etwas weniger Rendite als zuletzt mit 4,54 Prozent bieten.

Derweil zogen die Renditen der zehnjährigen spanischen Anleihen leicht auf 5,78 von 5,74 Prozent am Vorabend an. Viele Anleger spekulieren darauf, dass Spanien als erstes größeres Land unter den ESM-Rettungsschirm schlüpfen wird. „Sollte Spanien das tun, dürften die Renditen deutlich fallen und könnte umgekehrt der Euro zulegen“, mutmaßte ein Händler. Bis dahin sei aber Abwarten angesagt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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