Anleger machen Bogen um den Dollar: Euro so teuer wie zuletzt Mitte August

Anleger machen Bogen um den Dollar
Euro so teuer wie zuletzt Mitte August

Robuste Konjunkturdaten aus China und Australien haben die Anleger am Devisenmarkt am Mittwoch risikofreudiger gestimmt. In der Folge geriet der US-Dollar unter Druck, der trotz der wirtschaftlichen Probleme Amerikas bei vielen Investoren noch immer als Sicherheitsanker gilt.
  • 0

HB FRANKFURT. Der Greenback gab am Nachmittag gegenüber Euro, Pfund Sterling und dem Australischem Dollar nach. "Es gibt etwas Optimismus im Markt, und davon profitieren als risikoreicher geltende Währungen", sagte HSBC-Währungsstratege Paul Mackel.

Nach einer Abkühlung in den vergangenen Monaten hat die Industrie in China zwei Umfragen zufolge im August wieder etwas Fahrt aufgenommen. Der Einkaufsmanagerindex der chinesischen Logistik-Vereinigung CFLP und das Pendant der Großbank HSBC stiegen für den abgelaufenen Monat wieder an. Profitieren vom starken Wachstums in Asien konnte die australische Wirtschaft.

Sie wuchs im zweiten Quartal so schnell wie seit drei Jahren nicht mehr. Händlern zufolge spekulieren Investoren nun auf eine weitere Zinserhöhung in Australien. Der Australische Dollar verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 90,58 US-Cent.

Der Euro kletterte am Mittwoch um mehr als eineinhalb US-Cent auf bis zu 1,2855 Dollar und war damit so teuer wie zuletzt Mitte August. Am Nachmittag gab er einen Teil seiner Gewinne ab. Das Pfund Sterling stieg um 0,7 Prozent auf 1,5459 Dollar. Am Morgen war die britische Währung noch unter Druck geraden, weil der Einkaufsmanager für Großbritannien schlechter als erwartet ausfiel. Der Euro stieg daraufhin auf ein Drei-Wochen-Hoch von 83,27 Pence.

Im Fokus stand der US-Arbeitsmarkt. Laut einer Umfrage des Dienstleisters ADP hat die US-Wirtschaft im August überraschend 10 000 Stellen abgebaut. Hingegen beruhigte der überraschende Anstieg des US-Einkaufsmanagerindex (ISM) für das verarbeitende Gewerbe Wachstumssorgen. Nach Einschätzung von Thomas Amend, Volkswirt bei HSBC Trinkaus, ist vor allem der Anstieg der Arbeitsmarktkomponente positiv zu werten. "Das zeigt, dass die Unternehmen zumindest im verarbeitenden Gewerbe gewillt sind, neue Stellen zu schaffen." Die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten werden am Freitag veröffentlicht. Von Reuters befragte Analysten erwarten im Schnitt ein Plus von 41 000 Stellen in der Privatwirtschaft, insgesamt aber einen Rückgang der Beschäftigung um 100 000 Jobs.

Die höhere Risikobereitschaft der Anleger drückte die Kurse am Rentenmarkt. Der Bund-Future baute nach Veröffentlichung des ISM-Index seine Verluste aus und fiel um 118 Ticks auf 133,26 Zähler. Die Rendite der dem Terminkontrakt zugrundeliegenden zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 2,226 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kurssprüngen. Der Bund-Future hat im August fast vier Prozent an Wert gewonnen.

Kommentare zu " Anleger machen Bogen um den Dollar: Euro so teuer wie zuletzt Mitte August"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%