Anleger warten auf neue Konjunkturdaten
Euro kann Talfahrt stoppen

Der Euro hat zu Wochenbeginn zum Dollar höher tendiert und damit seine Talfahrt der vergangenen vier Handelstage vorerst gestoppt. Die Gemeinschaftswährung kostete am Montag im europäischen Handel 1,2156 Dollar.

HB FRANKFURT. Im asiatischen Geschäft war der Euro zeitweise auf rund 1,2090 Dollar gefallen nach einem Schlusskurs von 1,2094 Dollar am Freitag in New York. Die EZB legte den Referenzwert gegen Mittag mit 1,2163 (Freitag 1,2191) Dollar fest. „Das ist eine Gegenreaktion auf die Kursverluste der vergangenen Tage“, sagte ein Händler. Der Euro war vergangene Woche mit der positiven Einschätzung von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan zur Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft massiv unter Druck geraten. Seit Dienstag verlor die Gemeinschaftswährung damit rund drei Cent an Wert.

Die Anleger warteten nun auf die in dieser Woche anstehenden Konjunkturdaten, um zu sehen, ob diese sich mit der Einschätzung Greenspans über die Entwicklung der US-Wirtschaft deckten, sagte der Händler weiter. Sollten die Konjunkturdaten die optimistische Einschätzung des Fed-Chefs nicht stützen, rechnen Experten mit Dollar-Verkäufen. Zudem scheuten die Investoren nach Händler-Aussagen aus Angst vor möglichen Anschlägen während des Parteitages der US-Demokraten langfristige Dollar-Positionen. Die US-Demokraten wollen auf ihrem an diesem Montag in Boston beginnenden Parteitag Senator John Kerry zum Herausforderer von Präsident George W. Bush küren. Höhepunkt der viertägigen Veranstaltung wird die Rede Kerrys am Donnerstag sein.

„Wenn wir eine Abweichung zwischen den Daten und dem Optimismus von Herrn Greenspan sehen - zum Beispiel wenn die Daten schlechter als erwartet ausfallen - dann werden wir wahrscheinlich stärkere Dollar-Verkäufe sehen, als dies in den beiden Wochen vor der Rede von Greenspan der Fall war“, sagte Chris Gothard, Währungs-Analyst bei Brown Brothers Harriman in London.

Nach Einschätzung der Helaba sind weitere Kurszuwächse des Dollar nur dann wahrscheinlich, wenn die anstehenden US-Konjunkturdaten die Konsensuserwartungen deutlich übertreffen. „Kursmäßige Impulse sind in dieser Woche von der Bekanntgabe des Verbrauchervertrauens am Dienstag, den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter am Mittwoch sowie dem Einkaufsmanagerindex der Region Chicago und den BIP-Zahlen zum zweiten Quartal am Freitag zu erwarten“, schreiben die Experten in einem Marktkommentar. „Insgesamt sehen wir bei den in dieser Woche anstehenden Daten ein nicht unerhebliches Risiko, dass die von Greenspan entfachte optimistische Erwartungshaltung in Sachen Konjunkturentwicklung bereits einen ersten Dämpfer erfahren wird.“

Greenspans optimistische Äußerungen zur US-Wirtschaftsentwicklung in der vergangenen Woche waren von Marktteilnehmern als Hinweise auf schneller steigende US-Zinsen aufgefasst worden und hatten dem Dollar Auftrieb gegeben. Die US-Notenbank (Fed) hatte Ende Juni die Leitzinsen in der weltgrößten Volkswirtschaft um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent angehoben und weitere „maßvolle“ Zinsschritte bis Jahresende signalisiert.

Im Referenzverfahren der Banken EuroFX notierte der Euro am Montag bei 1,2152 (1,2175) Dollar.

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