Anstieg auf 140 Dollar erwartet: Libyen und US-Aufschwung treiben den Ölpreis

Anstieg auf 140 Dollar erwartet
Libyen und US-Aufschwung treiben den Ölpreis

In Amerika zieht die Konjunktur an. Das spiegelt sich in den neusten Lagerbeständen wider. Unterdessen nahmen libysche Regierungstruppen Ölanlagen unter Beschuss. Beides führt dazu, dass der Ölpreis wieder anzieht.
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Ein überraschend starker Rückgang der US-Benzinbestände hat dem Ölpreis am Mittwoch weiteren Auftrieb gegeben. Die Nordsee-Sorte Brent stieg um bis zu 2,8 Prozent auf 116,18 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI notierte in der Spitze 0,9 Prozent fester bei 105,92 Dollar. „Bemerkenswert ist angesichts der hohen Preise der Anstieg der Benzin-Nachfrage auf mehr als neun Millionen Barrel pro Tag“, sagte Rohstoff-Experte John Kilduff von Again Capital. „Dies spricht für eine anziehende Konjunktur.“

Als Wermutstropfen bezeichneten Börsianer den überraschend starken Anstieg der Rohöl-Reserven. So kletterten die Bestände am Haupt-US-Verteilerknoten in Cushing, Oklahoma, auf ein Rekordhoch von 40,26 Millionen Barrel. Analyst Gene McGillian von Tradition Energy betonte allerdings, dass die Entwicklung in Libyen weiterhin der Haupt-Richtungsgeber für den Ölpreis sei.

In Libyens östlicher Öl-Region um Ras Lanuf ist es heute erneut zu erbitterten Gefechten zwischen Aufständischen und den Truppen von Staatschef Muammar al-Gaddafi gekommen. Dabei wurden Anlagen der Öl-Industrie zerstört. Nach Angaben der Aufständischen wurde der Öl-Hafen Al-Sidra von Gaddafis Truppen am Mittwoch unter Beschuss genommen und schwer beschädigt.

Die Rebellen meldeten außerdem, in Al-Sidra und Bin Dschawwad seien am Mittwoch vier ihrer Kämpfer getötet worden. Ein Sanitäter sagte: „Es gibt viele Schwerverletzte.“ Die Truppen von Gaddafi hätten Kampfflugzeuge und Artillerie eingesetzt. Ein Öl-Lager sei von ihnen bombardiert worden. Das libysche Staatsfernsehen meldete dagegen, die Rebellen hätten ein Öl-Depot angezündet.

Analysten sehen Öl bei 140 Dollar

Die steigende globale Nachfrage in Verbindung mit den Lieferausfälle aus Libyen könnten nach Ansicht von Bank of America Merrill Lynch dazu führen, dass sich Öl der Nordsee-Sorte Brent binnen drei Monaten auf mehr als 140 Dollar je Barrel verteuert. „Um den angespannteren Ölmarkt widerzuspiegeln, erhöhen wir unsere Prognose für den mittleren Preis von Brent-Rohöl für das zweite Quartal 2011 auf 122 Dollar je Barrel, von zuvor 86 Dollar je Barrel“, erklärte ein Analystenteam um Francisco Blanch in New York gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Im Jahresmittel sehen wir den Brent-Ölpreis 2011 bei 108 Dollar je Barrel.“ Die Prognose 2011 für Öl der US-Standardsorte West Texas Intermediate wurde auf einen Mittelwert von 101 Dollar heraufgesetzt. Die bisherige Schätzung betrug 87 Dollar.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anstieg auf 140 Dollar erwartet: Libyen und US-Aufschwung treiben den Ölpreis"

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  • Was ist denn das wieder für ein schwachsinniger Propagandaartikel ?????
    Dümmer gehts nimmer.....

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