Anstieg erwartet
Yen im Mittelpunkt des Devisenhandels

In Erwartung eines kräftigen Kapitalflusses nach Japan in der kommenden Woche hat der Yen am Freitag im Mittelpunkt des Devisenhandels gestanden.

Reuters FRANKFURT. In der kommenden Woche werden Kuponzahlungen und Auszahlungen von US-Staatsanleihen über rund 75 Milliarden Dollar fällig. Da japanische Investoren große Anteile an diesen Papieren halten, nehmen Marktteilnehmer nun an, das zumindest ein Teil des in Treasuries investierten japanischen Kapitals in den Yen zurückfließen wird. Am Devisenmarkt wurde diese Bewegung am Freitag teilweise vorweggenommen, wobei der Yen besonders zum Euro zulegte, während die Furcht vor einer Intervention der Bank von Japan den Dollar in seiner Bewegungsfreiheit einschränkte.

Der Euro erreichte zum Yen ein Wochentief von 134,70 Yen, während der Dollar stabil um die Marke von 119 Yen pendelte. Zur US-Valuta notierte die europäische Gemeinschaftswährung am Nachmittag mit 1,1317 Dollar nach 1,1376 Dollar zu Handelsschluss am Vorabend in New York. Die Europäische Zentralbank (EZB) ermittelte den Referenzkurs des Euro mit 1,1326 Dollar nach 1,1353 Dollar am Donnerstag. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,1344 (1,1352) Dollar festgelegt.

Währungsstratege Mark Henry von GNI fasste zusammen: „Das Hauptthema im Markt ist die seit Donnerstag anhaltende Stärke des Yen. Unter 135 Yen scheint der Euro angreifbar zu sein.“ Den Dollar stützten dagegen Spekulationen über eine Marktintervention der Bank von Japan. Händler erwarteten, dass Japan einen weiteren Kursverfall des Dollar aufhalten wird, um die Wettbewerbschancen der japanischen Exportindustrie nicht zu gefährden. Längerfristig habe der Dollar wegen der guten Konjunkturaussichten in den USA ohnehin Aufwärtspotenzial, hieß es im Markt.

Insgesamt wiesen Händler darauf hin, dass die Kursentwicklungen an den Devisenmärkten in den kommenden Wochen bei urlaubsbedingter geringer Präsenz von Händlern unter einen verzerrenden Einfluss von technisch ausgerichteten Marktteilnehmern geraten könnte. „Viele Händler nehmen jetzt ihren Sommerurlaub“, sagte Devisenmanager Takashi Toyahara von Nomura Securities. „Nur Modellspieler werden mittels Computerprogramme handeln. Es könnte schwieriger werden herauszufinden, weshalb der Markt sich in die eine oder andere Richtung bewegt.“

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