Argrarwirtschaft: Farmland lockt Investoren

Argrarwirtschaft
Farmland lockt Investoren

Die im Technologie-Zeitalter bis vor kurzem kaum wahrgenommene Agrarwirtschaft erlebt eine Renaissance. Anhaltender Hunger der wachsenden Weltbevölkerung und der Kampf zwischen Nahrungsmittel-, Futtermittel- und Energiewirtschaft um Rohstoffe wie Weizen oder Mais haben deren Preise in die Höhe schnellen lassen.

FRANKFURT. Analog dazu sind auch die Preise für Agrarland weltweit kräftig gestiegen. Kein Wunder, dass die DWS mit Blick auf den Agrarsektor von einer "zweiten Revolution" spricht. Und so werden die Akteure an den Kapitalmärkten immer stärker auf die "Anlageklasse Farmland" aufmerksam. Vor etwa zwei Jahren drangen Informationen über den Kauf lateinamerikanischen Farmlands durch China an die Öffentlichkeit. Seither investieren Banken, Fondsgesellschaften, Stiftungen, Versicherungen und Hedge-Fonds ihr Geld vermehrt in dieser Anlageklasse.

Die Preise für landwirtschaftlich genutzten Grund und Boden sind in den USA in den vergangenen Jahren gestiegen, in Deutschland ging die jahrelange Talfahrt der Preise erst im Jahr 2005 zu Ende. Dies zeigen Statistiken des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). "Seither sind die Preise vor allem im Osten der Republik kräftig gestiegen", sagt Siegfried Hofreiter, Vorstandsvorsitzender der KTG Agrar AG.

In Mecklenburg-Vorpommern - einer Region mit qualitativ hochwertigem Agrarland - seien die Preise seither von rund 5 000 Euro auf rund 8 000 Euro pro Hektar gestiegen, sagt Hofreiter, der bis 2010 einen weiteren Preisanstieg auf 10 000 Euro für möglich hält. "Die am Kauf von Agrarland interessierte Landwirtschaft konkurriert immer stärker mit finanzstarken Bodenfonds", erklärt er.

Doch selbst bei einem Preisniveau von 10 000 Euro würde landwirtschaftliche Nutzfläche im Osten weiter nur etwa die Hälfte des Westniveaus erreichen. Grundsätzlich gilt, dass Agrarland dort teuer ist, wo es mit Bauland konkurriert und das ist in den dichter besiedelten Regionen Westdeutschlands der Fall, heißt es im BMEVL.

Völlig anders ist die Lage in den USA, wo die Preise von Rekord zu Rekord eilen. Der Durchschnittspreis kletterte nach Angaben von Scott Shimmin vom US-Landwirtschaftsministerium von 926 Dollar je Acre im Jahre 1997 auf das Rekordniveau von rund 2160 Dollar zu Beginn des Jahres 2007. Alles deute darauf hin, dass die Rekordfahrt der Preise für Farmland auch danach weitergegangen ist, heißt es aus der Agrarbranche in Iowa.

Investments in die Anlageklasse Farmland erfordern einen recht langen Atem. Dies ist auch der wesentliche Grund dafür, dass bislang vor allem institutionelle Investoren größer eingestiegen sind. Für die Fondsgesellschaften und Emissionsbanken in Deutschland ist diese Anlageklasse bisher nur sehr schwer in handelbare Finanzprodukte umzusetzen, wie Petra Becher von UBS und Funda Tarhan von ABN Amro sagen. Beide Banken habe gegenwärtig keine Pläne für die Emission von Zertifikaten oder strukturierten Produkten rund um das Thema Farmland. Als wesentliche Gründe werden dabei vor allem die fehlende Fungibilität und der Mangel an Transparenz dieser Anlageklasse genannt.

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