Atempause
Anleger nehmen bei Rohstoffen Gewinne mit

Nach den starken Gewinnen der vergangenen Wochen haben Investoren am Rohstoffmarkt die etwas pessimistischere Stimmung am Mittwoch für Verkäufe genutzt. Auch der steigende Dollar lastete auf den Kursen. Eine Trendwende erwarten Experten aber nicht.
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HB FRANKFURT. Anleger am Rohstoffmarkt haben am Mittwoch ihre Öl-Kontrakte verkauft. Händler verwiesen unter anderem auf Aussagen der US-Notenbank Fed, wonach sich die wirtschaftliche Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft zwar fortsetze, das Tempo aber nicht ausreiche, um die Arbeitslosigkeit abzubauen.

"Der Fed-Ausblick war weniger optimistisch als wohl einige nach den jüngsten Konjunkturdaten erwartet hatten", sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Auch die wöchentlichen Rohöldaten des US-Interessenverbands der Öl- und Gaswirtschaft API würden zu den rückläufigen Preisen beitragen. Die US-Vorräte sind in der vergangenen Woche weniger stark zurückgegangen als erwartet.

Ein Barrel der US-Sorte WTI verbilligte sich um knapp einen Dollar auf 87,30 Dollar. Die Nordseesorte Brent wurde zu 90,75 Dollar und damit 46 Cent günstiger gehandelt. Angesichts eines wieder erstarkenden Dollar sank auch der Goldpreis. Die Feinunze verbilligte sich um zehn auf 1387 Dollar.

Die US-Währung profitierte vor allem von einem weiteren Vertrauensverlust in den Euro. Auslöser war eine Warnung der Ratingagentur Moody's, wonach die Bonität Spaniens weiter heruntergestuft werden könnte. Analysten rechneten dennoch nicht mit einem weiter fallenden Goldpreis. Den USA drohe wegen ihres hohen Handelsbilanzdefizits eine Schuldenkrise vergleichbar der von Griechenland, prognostizieren einige. Dies sei für den Dollar negativ und dürfte den Goldpreis weiter antreiben, hieß es in einem Kommentar der HSBC.

Gewinnmitnahmen haben den Kupferpreis sinken lassen. Die Tonne des Industriemetalls verbilligte sich um 90 auf 9075 Dollar. Am Vortag war zeitweise ein Rekordpreis von 9267,50 Dollar gezahlt worden. Händlern zufolge ging die Nachfrage auch wegen des wieder anziehenden Dollars zurück. Weiterer Belastungsfaktor sei die Talfahrt an den Börsen.

Eine generelle Trendwende sei auch beim Kupferpreis allerdings nicht zu erwarten, hieß es von Analysten. "In China siedet es weiter, und dort sind sie schon sehr bedacht darauf, dass die Wirtschaft nicht überhitzt", sagte Rohstoffanalyst Mark Pervan von ANZ. "Dadurch ergibt sich eine fantastische Perspektive für Kupfer, erst recht, wenn man das knappe Angebot bedenkt."

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