Auch Nachrichten aus dem Irak preistreibend
Ölpreis klettert über 30 Dollar

Der Ölpreis ist am Dienstag auf den höchsten Stand seit dem Irak-Krieg gestiegen, nachdem ein Autobombenanschlag in Indonesien an den Märkten neue Terrorängste ausgelöst hatte. Auch Unsicherheit über die Ölexporte aus Irak trug Händlern zufolge zum Preisanstieg bei.

Reuters LONDON. Nach Angaben des indonesischen Polizeichefs war der Autobombenanschlag, bei dem in einem Luxushotel im Zentrum Jakarta mindestens 14 Menschen getötet und rund 150 verletzt wurden, sehr ähnlich den Anschlägen von Bali im Oktober. Am Donnerstag soll im Prozess um die Bali-Anschläge mit 202 Toten das erste Urteil gegen mutmaßliche Mitglieder der radikal-islamische Gruppe Jemaah Islamiah gesprochen werden. „Öl und Terror hängen eng zusammen“, sagte der Leiter des Energie-Handels bei Citigroup, Peter Gignoux, in London. Der Preis für die führende Nordsee-Ölsorte Brent stieg am Dienstag um 52 Cent auf 30,05 Dollar je Barrel (1 Barrel = 159 Liter) und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte März.

Zum Anstieg des Ölpreises trugen Händlern zufolge auch Aussagen aus der irakischen Ölbranche bei, wonach es für die Aufnahme der Exporte aus den nordirakischen Ölfeldern noch keinen Zeitpunkt gebe. Ursprünglich wurden die Lieferungen ab Anfang August geplant. Die Pipeline im Norden des Landes kann aber noch immer nicht benutzt werden, um Öl über die Türkei zu exportieren. Vor dem Irak-Krieg liefen etwa ein Drittel der irakischen Ölexporte über die Türkei. Nach Angaben des US-Zivilverwalters im Irak, Paul Bremer, erreichte die irakische Ölproduktion am Freitag 1,2 Mill. Barrel je Tag. Bis Sommer 2004 solle die irakische Ölproduktion auf 2,5 Mill. Barrel je Tag steigen, sagte er.

Die zögernde Erholung der irakischen Ölproduktion trägt Händlern zufolge dazu bei, dass die Öllager-Bestände in den Industrieländern in die Nähe des Rekordtiefs sanken und der Ölpreis weiterhin bei 30 Dollar liegt. Der hohe Ölpreis beeinträchtigt das Wirtschaftswachstum in den Industrienationen. „Wenn auch die Pipeline in Betrieb genommen werden, reicht es nur einen Anschlag, und sie werden wieder geschlossen“, sagte Commerzbank-Analyst Steve Turner.

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