Auch Öl und Gold auf Rekordniveau
Euro testet 1,52-Dollar-Marke

Die Rekordjagd des Euro setzt sich fort. Am Donnerstag erreichte die Gemeinschaftswährung mit 1,5195 Dollar den höchsten jemals erreichten Wert. Händler verwiesen auf weitere zurückhaltende Kommentare des US-Notenbankchefs Ben Bernanke. Dieser sagte am Donnerstag in Washington, die amerikanische Wirtschaft befinde sich in einer schwächeren Position als vor der Rezession 2001.

HB FRANKFURT/M. Schon am Mittwochabend war der Euro nach Aussagen des US-Notenbankchef s auf einen neuen historischen Höchststand gestiegen. Bernanke hatte vor dem US-Repräsentantenhaus angesichts trüber Wachstumsaussichten für die USA weitere Leitzinssenkungen in Aussicht gestellt. Auch amerikanische Konjunkturdaten enttäuschten abermals und belasteten den Dollar zusätzlich. Den Referenzwert legte die Europäische Zentralbank (EZB) mit 1,5121 (Vortag: 1,5044) Dollar so hoch wie noch nie zuvor fest, und im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) stieg der Euro auf 1,5092 (1,5039) Dollar.

Der starke Euro, Rekordpreise für Rohstoffe sowie enttäuschende Zahlen von Bayer und der Telekom haben auch die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag gedrückt. „Gold und Öl stehen auf Rekordmarken, deshalb gehen viele Investoren aus Aktien raus und in Rohstoffe rein“, erklärte ein Händler. „Mit dem hohen Wechselkurs wird es für die Exportindustrie schwieriger.“

Auch der Goldpreis stieg wieder auf ein Rekordhoch. Der Preis einer Feinunze (31,1 Gramm) erreichte am Nachmittag 967,18 Dollar. An den Öl-Märkten hielt die Angst vor einer Inflation in den USA und vor Versorgungsengpässen die Preise in Nähe der Rekordhochs.

Der US-Ölpreis notierte am Donnerstag erneut über 100 Dollar. Im Tagesverlauf erreichte ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im April 100,06 Dollar und damit 42 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag.

Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Norbert Walter hält nun sogar schon in Kürze einen Sprung auf 1,60 Dollar für möglich. „Die Märkte wollen testen, wo die Schmerzgrenze liegt“, sagte Walter.

Auslöser des derzeitigen Höhenflugs ist nach Einschätzung von Experten vor allem das unterschiedliche Zinsniveau in den USA und der Eurozone. Angesichts der sich verschlechternden Perspektiven für die US-Wirtschaft hat die dortige Notenbank (Fed) seit vergangenem Sommer den Leitzins bis auf drei Prozent gesenkt. Weitere Zinsschritte werden nach Meinung vieler Experten folgen - anders als in der Eurozone, wo die Europäische Zentralbank (EZB) zunächst an einem Schlüsselzins von vier Prozent festhalten dürfte. Damit werfen Investitionen in Europa eine höhere Rendite ab.

Für Exportweltmeister Deutschland macht der starke Euro Waren im Ausland immer teurer und drückt damit auf Absatz und Erträge. „Wir konnten schon 1,48 Dollar nicht verkraften“, sagte Walter. „Wegen der langen Lieferzeiten werden die Probleme der Exporteure erst in der zweiten Jahreshälfte und vor allem 2009 sichtbar werden.“

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