Auf der US-Währung lasten Defizite und niedrige Zinsen – EZB könnte am Devisenmarkt gegensteuern: Experten erwarten dauerhafte Euro-Stärke

Auf der US-Währung lasten Defizite und niedrige Zinsen – EZB könnte am Devisenmarkt gegensteuern
Experten erwarten dauerhafte Euro-Stärke

Die Experten der wichtigsten deutschen und Londoner Banken sind sich weitgehend einig, dass der Euro auf kurze Sicht weiter zulegt. Weit überwiegend rechnen sie damit, dass er bald die Marke von 1,30 Dollar hinter sich lässt. In der Frage, wie es mittelfristig aussieht, gehen die Meinungen weit auseinander.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der Chefökonom der Investmentbank Lehman Brothers, John Llewellyn, sieht eine fortgesetzte Abwertung des Dollars auch im nächsten Jahr voraus und begründet dies mit den hohen Defiziten in Staatshaushalt und Handelsbilanz der USA. „Wir erleben derzeit die dramatischste Verschlechterung des Staatshaushalts seit der großen Depression. Und noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg wies das Land schon zu Beginn eines Aufschwungs ein derart hohes Leistungsbilanzdefizit auf“, sagte Llewellyn.

Dorothea Huttanus von der DZ-Bank nimmt die Gegenposition ein. „Auf Sicht von drei Monaten mag der Euro auf 1,35 Dollar steigen, doch längerfristig wird sich der Dollar befestigen“, ist sich Huttanus sicher und verweist dabei vor allem auf die US-Notenbank. Bereits im zweiten Quartal erwartet sie den ersten US-Zinsschritt nach oben. Anschließend werde es „sehr, sehr steil aufwärts gehen“. Die Tatsache, dass derzeit die Leitzinsen in den USA mit 1,0 % um einen Prozentpunkt niedriger sind als im Euro-Raum, gilt bei vielen Experten als ein wichtiger Grund für die Dollar-Schwäche.

Steven Saywell, Währungsstratege der Citigroup, nimmt eine Mittelposition ein. Er rechnet damit, dass der Euro-Kurs im Jahresverlauf bis auf 1,22 Dollar fällt, nachdem die US-Notenbank einen Kurswechsel signalisiert. Danach würden sich jedoch wieder die Dollar-belastenden Faktoren durchsetzen und den Euro bis Anfang 2006 auf etwa 1,43 Dollar nach oben treiben.

Seite 1:

Experten erwarten dauerhafte Euro-Stärke

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%